UNO toleriert willkürliche Hinrichtung von Tibetern

Medienmitteilung vom 1. Februar 2003

Am 26. Januar wurde der tibetische Gelehrte Lobsang Dhondup – ein 28jähriger Mönch – auf tibetischem Gebiet auf Befehl der chinesischen Behörden hingerichtet. Zur Last gelegt wurde ihm eine Beteiligung an Bombenanschlägen, deren Existenz nicht einmal nachgewiesen ist. Der Prozess – der in Rekordtempo und unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand – spottet jeglicher rechtsstaatlicher Bestimmungen.
Der eigentliche Grund für die Hinrichtung des Gelehrten dürfte auch nicht in dieser angeblichen Beteiligung liegen, sondern vielmehr im löblichen Engagement von Lobsang Dhondup für die Rechte der Tibeter in ihrem eigenen, völkerrechtswidrig von der Volksrepublik China besetzen Land. Des weiteren waren die chinesischen Behörden über sein Einstehen für den Erhalt der alten tibetischen Kultur nicht sonderlich erfreut. Es handelt sich also um eine Menschenrechtsverletzung der schlimmsten Art. Hier müsste die UNO als selbsternannte Hüterin der Menschenrechte umgehend einschreiten. Denn was die immer noch totalitär geführte VR China mit Bürgern eines von ihr besetzten Landes macht, geht die ganze Welt etwas an.
Während des UNO-Abstimmungskampfes versprach der Bundesrat, sich in der UNO gegen Menschenrechtsverletzungen zur Wehr zu setzen und auch vor den im Sicherheitsrat vertretenen Mächten nicht in die Knie zu gehen. Bis jetzt hat sich weder der Bundesrat noch die Vorsteherin des EDA für die Rechte der unterdrückten Tibeter stark gemacht. Das ist allerdings nicht als blosses Nichtbeachten – was schon schlimm genug wäre – zu sehen. Als UNO-Mitglied macht sich die Schweiz an diesen schweren Verbrechen des ständigen UNO-Sicherheitsratmitgliedes China mitschuldig, solange selbst diplomatische Proteste ausbleiben.
Anstatt sich um wirkliche und schwerstwiegende Menschenrechtsverletzungen zu kümmern, ist die UNO damit beschäftigt, über den genauen Prozentsatz des Frauenanteils in Schweizer Behörden zu sinnieren und die direkte Demokratie zum Beispiel bei Einbürgerungsentscheidungen zu verdammen. Damit muss Schluss sein!
Young4FUN.ch fordert den Bundesrat auf, seine Versprechungen endlich einzuhalten und angesichts solch grausamer Verbrechen nicht nur grosse Reden in einem Glaspalast zu halten.
Die Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft (GSTF) hält heute vor dem chinesischen Konsulat in Zürich eine Mahnwache für den in Dhartsedo/Tibet hingerichteten Lobsang Dhondup ab. Sie setzt sich aktiv für die Rechte der Tibeter ein und sammelt Unterschriften für eine Petition, welche unter anderem das Einbringen einer entsprechend lautenden UNO-Resolution fordert. Wir hoffen sehr, dass das Engagement dieser und ähnlicher Gruppen auch von der Vorsteherin des EDA dereinst bemerkt wird. Vielleicht muss Bundesrätin Calmy-Rey einfach nur besser informiert werden.

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