Am 26. Januar wurde der tibetische
Gelehrte Lobsang Dhondup – ein 28jähriger Mönch
– auf tibetischem Gebiet auf Befehl der chinesischen Behörden
hingerichtet. Zur Last gelegt wurde ihm eine Beteiligung an Bombenanschlägen,
deren Existenz nicht einmal nachgewiesen ist. Der Prozess –
der in Rekordtempo und unter Ausschluss der Öffentlichkeit
stattfand – spottet jeglicher rechtsstaatlicher Bestimmungen.
Der eigentliche Grund für die Hinrichtung des Gelehrten dürfte
auch nicht in dieser angeblichen Beteiligung liegen, sondern vielmehr
im löblichen Engagement von Lobsang Dhondup für die Rechte
der Tibeter in ihrem eigenen, völkerrechtswidrig von der Volksrepublik
China besetzen Land. Des weiteren waren die chinesischen Behörden
über sein Einstehen für den Erhalt der alten tibetischen
Kultur nicht sonderlich erfreut. Es handelt sich also um eine Menschenrechtsverletzung
der schlimmsten Art. Hier müsste die UNO als selbsternannte
Hüterin der Menschenrechte umgehend einschreiten. Denn was
die immer noch totalitär geführte VR China mit Bürgern
eines von ihr besetzten Landes macht, geht die ganze Welt etwas
an.
Während des UNO-Abstimmungskampfes versprach der Bundesrat,
sich in der UNO gegen Menschenrechtsverletzungen zur Wehr zu setzen
und auch vor den im Sicherheitsrat vertretenen Mächten nicht
in die Knie zu gehen. Bis jetzt hat sich weder der Bundesrat noch
die Vorsteherin des EDA für die Rechte der unterdrückten
Tibeter stark gemacht. Das ist allerdings nicht als blosses Nichtbeachten
– was schon schlimm genug wäre – zu sehen. Als
UNO-Mitglied macht sich die Schweiz an diesen schweren Verbrechen
des ständigen UNO-Sicherheitsratmitgliedes China mitschuldig,
solange selbst diplomatische Proteste ausbleiben.
Anstatt sich um wirkliche und schwerstwiegende Menschenrechtsverletzungen
zu kümmern, ist die UNO damit beschäftigt, über den
genauen Prozentsatz des Frauenanteils in Schweizer Behörden
zu sinnieren und die direkte Demokratie zum Beispiel bei Einbürgerungsentscheidungen
zu verdammen. Damit muss Schluss sein!
Young4FUN.ch fordert den Bundesrat auf, seine Versprechungen endlich
einzuhalten und angesichts solch grausamer Verbrechen nicht nur
grosse Reden in einem Glaspalast zu halten.
Die Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft (GSTF) hält
heute vor dem chinesischen Konsulat in Zürich eine Mahnwache
für den in Dhartsedo/Tibet hingerichteten Lobsang Dhondup ab.
Sie setzt sich aktiv für die Rechte der Tibeter ein und sammelt
Unterschriften für eine Petition, welche unter anderem das
Einbringen einer entsprechend lautenden UNO-Resolution fordert.
Wir hoffen sehr, dass das Engagement dieser und ähnlicher Gruppen
auch von der Vorsteherin des EDA dereinst bemerkt wird. Vielleicht
muss Bundesrätin Calmy-Rey einfach nur besser informiert werden.
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