Medienmitteilung
vom 3. Januar 2003
Der
Bundesrat hat gemäss eigenen Angaben "mit Blick auf die
Armee XXI" die Verordnung über die Rekrutierung auf den
1. Mai 2002 geändert. Die Rekrutierung wird zentralisiert und
nur noch an 6 Standorten in der Schweiz durchgeführt. Gegenüber
der bisherigen Aushebung unterscheidet sich die Rekrutierung für
die Armee XXI in wesentlichen Punkten. Das VBS schrieb dazu: "Sie
dauert neu zwei bis drei Tage. (..) Im wesentlichen geht es um die
Information der Stellungspflichtigen sowie um das Erfassen ihres
physischen, psychischen, intellektuellen und beruflichen Potentials
für die Einteilung. Während den Rekrutierungstagen sollen
auch Interesse und Eignung für den Dienst am Stück (Durchdiener),
für eine Kaderlaufbahn, für Einsätze im Ausland oder
als Zeitmilitär abgeklärt werden."
Inzwischen
ist die neue Rekrutierung in den ersten Zügen bereits umgesetzt.
Was wir von Young4FUN.ch-Mitgliedern, die diese Aushebung über
sich haben ergehen lassen müssen, hören, ist inakzeptabel
und skandalös:
-- Es wird an den Orientierungstagen und bei der Rekrutierung massiv
für die Armee XXI geworben und die jungen Referendumsführer
Young4FUN.ch werden verunglimpft. Dieses undemokratische Verhalten
der Referendumsverhinderer wurde leider nicht nur bei der Rekrutierung
festgestellt. An verschiedensten offiziellen Anlässen der Armee
wird massiv für die Armee XXI geworben und über die Referendumsführer
gelästert. Im Gegensatz zu dieser Meinungsdiktatur steht Young4FUN.ch
ein für eine offene Auseinandersetzung.
-- Bereits bei der Aushebung werden die Stellungspflichtigen während
drei Tagen (!) nicht nur auf Herz und Nieren geprüft, sondern
mit umstrittenen Psychotests sollen Psyche, Intellektualität
und alle möglichen Dinge getestet werden. Allein der Psycho-Check
umfasst rund 360 (!!) Fragen. Die Antworten werden am Computer sofort
gespeichert und ausgewertet.
-- Schon bei der Rekrutierung wird bestimmt, welchen Werdegang der
zukünftige Rekrut einschlagen wird. Dies ist viel zu früh
für Junge, die noch nicht einschätzen können, wie
das Soldatenleben ist.
-- Die jungen Frauen und Männer werden auch nach ihren Vereinsmitgliedschaften
und nach ihrer politischen Meinung befragt. Auch wird getestet,
wer sich einen Einsatz im Ausland vorstellen kann. Wer sich dies
nicht vorstellen kann oder gar kritisch zur den Auslandeinsätzen
der Schweizer Armee äussert oder wer Mitglied in politisch
ungenehmen Vereinen oder Parteien ist, wird vermerkt. Die Chancen
auf die Absolvierung einer oder mehrerer Kaderschulen dürften
dadurch um mindestens 95% sinken. Dies obwohl die Armee dringend
Kaderanwärter braucht.
-- Alle - oft tief in die Privatsphäre der Jungen eingreifenden
- Angaben werden notiert. Dadurch entsteht die grösste Staatsfiche
in der Geschichte der Schweiz, welcher sich JEDER junge, männliche
Schweizer stellen muss.
Die
Militärausbildung erfolgt ganz nach dem US- und NATO-Vorbild.
Wer in Zukunft Offizier wird, muss bedingungslos die Meinung vom
VBS vertreten und soll schon nach 7 Wochen RS in die Offiziersschule
gehen. Der 19jährige wird zum Elitemenschen ohne praktische
Erfahrung. Dies ist der Milizarmee fremd und schwächt den Truppenzusammenhalt
sowie den Zusammenhalt in unserem Land der verschiedenen Kulturen.
Die Armee wird durch diese Rekrutierung in Zukunft massiv an Vielfalt
in der Ausgestaltung der zukünftigen Reformen verlieren und
eine gefährliche Ausgrenzung verschiedener Meinungen macht
unsere Milizarmee unglaubwürdig. Sofern die Armee XXI von der
Bevölkerung abgelehnt wird, drängt sich auch im Bereich
der Rekrutierung dringend eine Neuregelung auf. Es ist völlig
unverständlich, weshalb der Bundesrat mit dieser Verordnung
und zahlreichen weiteren laufenden Änderungen in der Armee
nicht bis zur allfälligen Abstimmung über die Armee XXI
warten konnte. Offenbar fürchtet man den Volksentscheid.
Zusatz-Hinweis
für Newsletter-Abonennten:
Die Verordnung kann unter http://www.admin.ch/ch/d/sr/c511_110.html
gelesen werden. Es findet sich in der gesamten Verordnung nichts
zum Thema Datenschutz! Das VBS (Eidgenössisches Departement
für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport) haben
wir aus folgender Medienmitteilung zitiert: http://www.admin.ch/cp/d/3cb40712_1@fwsrvg.bfi.admin.ch.html.
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