| Medienmitteilung
vom 7. Mai 2002
Die
überparteiliche und gesamtschweizerische Jugendorganisation
Young4FUN.ch ist über den Mord an Pim Fortuyn schockiert. Wir
möchten an dieser Stelle unsere grosse Trauer zum Ausdruck
bringen. Unser ganzes, tiefes Mitgefühl gehört den Angehörigen
und allen Helfern. Wir wünschen der ganzen Bevölkerung
der Niederlande viel Kraft und Hoffnung für die kommende, schwierige
Zeit.
Niemand
auch wir nicht (!) muss mit der Meinung von Pim Fortuyn
einverstanden sein, aber er hatte eine Meinung und das hat ihn nun
umgebracht. Der niederländische Politiker wurde 9 Tage vor
den Parlamentswahlen in Holland ermordet. Er durfte mit einem guten
Ergebnis rechnen. Tatsache ist, dass viele Medien sich mit ihm und
seiner Politik nicht sachlich auseinandergesetzt haben. Es wurde
regelrecht der Hass geschürt und er wurde als "Unmensch",
"grösste Gefahr seit Hitler" und "gefährlicher
Geisteskranker" bezeichnet.
Eine
Demokratie lebt davon, dass verschiedene Ansichten akzeptiert werden.
Unliebsame Meinungen sollten sachlich analysiert werden und nur
politisch bekämpft werden. Wenn aber einfach Hasstiraden an
die Öffentlichkeit verbreitet werden, nützt dies niemandem.
Wir
möchten festhalten, dass wir keine Sympathien für die
Politik von Pim Fortuyn haben oder hatten. Die über 800 Mitglieder
zählende Vereinigung Young4FUN.ch ist ganz klar gegen Rassismus
jeglicher Art. Trotzdem bekommen auch ExponentInnen von Young4FUN.ch
teilweise massive Drohungen und Beschimpfungen, insbesondere während
wichtigen aussenpolitischen Abstimmungskämpfen nach gewissen
verleumderischen Medienberichten oder Attacken von politisch Andersdenkenden.
Bis vor dem schrecklichen Attentat in Zug wurden nächtliche
anonyme Telefonanrufe oder anonyme Drohbriefe relativ gelassen genommen.
Jetzt nach diesem erneuten Schlag ins Gesicht der politischen Demokratie
und der Menschenwürde rücken sie in eine neue Dimension
und verbreiten Angst.
Wir
rufen die Medienvertreter in der ganzen Welt, welche sich angesprochen
fühlen, und alle politisch Andersdenkenden auf zu einer Rückbesinnung
auf sachliche Information, Toleranz und Akzeptanz. STOPT DIE HASSTIRADEN,
HETZKAMPAGNEN, FALSCHAUSSAGEN UND FAKTISCHEN GEWALTAUFFORDERUNGEN
gegenüber Menschen, die andere Meinungen vertreten.
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