Young4FUN.ch-Newsletter vom 18. Oktober 2001

1. Fehrnsetip "Sie wussten alles und taten nichts – Die Rolle der UNO beim Völkermord in Ruanda"
2. UNO-Soldaten als Sextäter
3. UNO-Debakel in Somalia
4. Sponsor
5. Impressum
6. Abbestellen

1. Fernseh-Tip - MO 22.10.01 um 22.30 Uhr im WDR
Mit dem Titel "Sie wussten alles und taten nichts – Die Rolle der UNO beim Völkermord in Ruanda" wird diesen Montag (22.10.01) um 22.30 Uhr auf dem Deutschen Sender WDR eine hochaktuelle und brisante Dokumentation von Steve Bradshaw ausgestrahlt.
Die Dokumentation ist dringend zu empfehlen. Das Attentat auf den ruandischen Präsidenten 1994 löste einen Massenmord an der Tutsi-Bevölkerung aus. Die Dokumentation erbringt schockierende Beweise für die internationale Verantwortung der UNO an diesem Völkermord. Sie zeigt eines von vielen Beispielen der dunklen Seite der UNO. Als Mitgliedsstaat macht man sich automatisch mitschuldig und verhindert eine neutrale humanitäre Hilfe, die das Leiden lindern kann.
Unter http://www.wdr.de/tv/diestory/archiv/2001/10/22.html findet man weitere Informationen über den 45minütigen Film.

2. UNO-Soldaten als Sextäter
eine weitere traurige und dunkle Seite der UNO:
NEW YORK - UNO-Sonderermittler untersuchen, ob UNO-Soldaten in Eritrea und Äthiopien minderjährige Mädchen sexuell missbraucht haben.
Die Ermittlungsgruppe sei gebildet worden, nachdem Ende August entsprechende Anschuldigungen gegen einen italienischen Militärangehörigen laut geworden seien, teilten die UNO in New York mit. Es gebe aber eine Reihe weiterer Verdachtsfälle, hiess es in diplomatischen Kreisen.
Von Kameraden angezeigt Gegen den Mann ermittelt zugleich die italienische Militärjustiz. Er soll während des UNO-Einsatzes zur Überwachung des Friedensabkommens zwischen den beiden nordostafrikanischen Ländern zwischen November 2000 und Juni dieses Jahres Mädchen im Kindesalter für Sex bezahlt haben. Manche der Prostituierten, die sich in den eritreischen Städten Asmara und Massawa UNO-Soldaten angeboten hätten, seien erst zwölf Jahre alt, berichteten später Zeugen. Der Italiener war von Kameraden angezeigt worden. Ihm droht eine Gefängnisstrafe bis zu drei Jahren nach einem italienischen Gesetz zur Bekämpfung des so genannten Sex-Tourismus.
Weitere mögliche Fälle
Die Ermittlergruppe untersucht nach eigenen Angaben nicht nur diesen Fall des Kindesmissbrauchs, sondern "geht allen Vorwürfen hinsichtlich schweren Fehlverhaltens von Mitgliedern der UNO-Mission in Eritrea und Äthiopien (UNMEE) nach". Über die Ergebnisse sollte am 19. September zunächst das UNO- Generalsekretariat informiert werden. Bereits Anfang des Jahres waren Vorwürfe des sexuellen Kindesmissbrauchs gegen drei dänische Soldaten der seinerzeit 4200 Mann starken UNMEE-Truppe erhoben worden. Gegen sie wurden allerdings nur leichtere Disziplinarmassnahmen wegen Störung der öffentlichen Ordnung verhängt, nachdem der sexuelle Missbrauch einer 13-jährigen nicht bewiesen werden konnte. Zahlreichen italienischen UNO-Blauhelm-Soldaten waren bereits Mitte der 90er Jahre nach Einsätzen in Somalia Vergewaltigungen und Folterungen vorgeworfen worden. Bis auf zwölf Offiziere, gegen die Disziplinarmassnahmen wegen rassistischer Beleidigung verhängt wurden, gingen jedoch alle straffrei aus. Richter hatten die anderen Anschuldigungen als nicht beweisbar eingestuft. Die Vereinten Nationen können kriminelle Handlungen von Blauhelm-Soldaten nicht selbst bestrafen, sondern nur die Behörden der jeweiligen Entsenderstaaten dazu auffordern.

QUELLE: SDA / veröffentlicht auf www.20min.ch

3. UNO-Debakel in Somalia
Im Berliner Kurier war ein kurzer Artikel über den UNO-Einsatz in Somalia zu finden. In der Schweiz werden solche traurigen UNO-Geschichten oft verschwiegen. Doch sie gehören genauso zur UNO wie die guten Seiten (z.B. UNICEF-Kinderhilfswerk, wo die Schweiz seit langem überdurchschnittlich aktiv mithilft). Man liest folgedes:
"Die UNO hatte in Somalia ein Debakel erlebt. Rund 2,9 Milliarden Mark butterten die Vereinten Nationen zwischen 1993 und 1995 in das Land - geändert hat es nichts. Die letzten UN-Soldaten der Unosom-Mission, an der auch Deutsche teilnahmen, zogen im Februar 1995 ab. Das Elend blieb. Eine Million Menschen sind seither bei Kämpfen rivalisierender Clans und Hungersnöten umgekommen."
Den vollständigen Artikel findet man unter: http://www.berlinonline.de/aktuelles/berliner_kurier/serie_kriege/.html/artik8.html

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