Young4FUN.ch-Newsletter 42 vom 15. Oktober 2002

1. Referendum Armee 21: Ab heute darf gesammelt werden!
2. VSS gegen Armee 21
3. Armee 21 bremst innovative Jungunternehmer
4. Politsplitter
5. Bankgeheimnis und die EU
6. Planspiel zur Osterweiterung 11./12. Oktober 2002 verschoben
7. Bilaterale 1: Juristische Abhandlung
8. Kann Rumsfeld-Plan die NATO retten?
9. Nizza-Verträge: der leserfreundliche Reader erstmals im Internet
10. Impressum
11. Abbestellen

1. Referendum Armee 21: Ab heute darf gesammelt werden!
Die Vorbereitungen zum Referendum "für eine bessere Armeereform" laufen auf Hochtouren. Die Referendumsfrist hat heute begonnen und bereits wurden die ersten Sammelaktionen durchgeführt. Unsere gesamte Adresskartei wird selbstverständlich mit Unterschriftenbogen und der neusten Ausgabe unserer News-Zeitung in den nächsten Tagen beliefert. Wer noch nie Brief-Post von uns bekommen hat (und damit nicht im Adressverzeichnis ist) oder wer gerne eine grosse Menge Unterschriftenbogen hätte, kann diese kostenlos per Mail bestellen:
info@young4fun.ch (BITTE MACHT DAVON GEBRAUCH!)
Es müssen 50'000 Unterschriften in 100 Tagen gesammelt werden. Dies ist eine riesige Herausforderung, welche uns alle fordert. Besten Dank bereits jetzt für Deine aktive Mitarbeit! Du setzt Dich mit Deiner Unterschrift dafür ein, dass auch zukünftige Generationen in einer sicheren Schweiz mit einer unabhängigen und leistungsfähigen Milizarmee leben können, welche auf die Bedürfnisse der Jugend eingeht. Die Armee 21 ist ein nicht bezahlbarer Rückschritt und keine Reform. Das Referendum ermöglicht eine zukunftsorientierte, moderne und flexible Armeereform, welche als Kernkompetenz Sicherheit und Verteidigung einer neutralen und unabhängigen Schweiz vorsieht.
Unsere Medienmitteilung zum Referendum für eine bessere Armeereform ist zu finden auf: http://www.young4fun.ch/news/communiques/06okt02.htm

2. VSS gegen Armee 21
Der VSS (Verband der Schweizer Studierendenschaften), die offizielle Vertretung der Schweizer Studentinnen und Studenten, hat sich in einem von der Delegiertenversammlung genehmigten Papier klar gegen die Armee 21 ausgesprochen. Das Dokument kann hier gelesen werden:
http://www.vss-unes.ch/policy/armeereform.html. Es wird darin auch mit dem Referendum gedroht, falls die Länge der Grundausbildung und die
Höhe des Dienstalters nicht den Anliegen der Jugend angepasst würden. Beides ist leider nicht geschehen. In einer weiteren Medienmitteilung vom
21. Mai wird die RS-Länge kritisiert: http://www.vss-unes.ch/media/rekrutenschulen.rtf
Einzelne Jugendorganisationen sicherten Young4FUN.ch bereits das Mitmachen beim Referendum zu. Es bleibt zu hoffen, dass der VSS zu seinen Worten steht und das Referendum ebenfalls unterstützt. Wir bleiben dran!


3. Armee 21 bremst innovative Jungunternehmer
Nicht nur Schüler und Studenten werden durch die Armee 21 krass benachteiligt. Jungunternehmer, die für die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen sehr wichtig sind, trifft es auch. Die Abwesenheit von 3-4 Wochen in einem neugegründeten Unternehmen ist fast nicht zu verkraften, da man in dieser Phase meist alle Funktionen alleine meistern muss. Da der EO-Ersatz auf den AHV-Beiträgen basiert und der Jungunternehmer meist mit einem kleinen Einkommen startet, erhält er damit nur das Minimum von ca. 95.- pro Tag. Er erhält also gleichviel wie ein Student, obwohl er mehr AHV bezahlt und eine Firmenstruktur unterhalten muss! Zudem ist es unmöglich jemanden in dieser Situation als Stellvertreter zu engagieren, weder finanziell noch von der Funktion her. Die Armee 21 bremst mit ihrer völlig verfehlten Neuregelung der Dienstzeit dynamische Leute.
Young4FUN.ch-Mitglied und Jungunternehmer Lars Rechsteiner will sich dagegen mit einem Jungunternehmer-Komitee wehren. Interessierte melden sich unter lars@matterhorn.ch


4. Politsplitter
Hoch hinaus in der Aussenpolitik: Bekanntlich wird überall gespart. Die Medien tun es gegenwärtig mit Akribie, und auch der Bund versucht es immer wieder. Gewisse Mediensprecher des Bundes scheinen allerdings weitgehend immun gegen diese eher lästige Begleiterscheinung des Alltags. Kürzlich wurde für den Informationschef des Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) eine neue Stelle in New York geschaffen - nicht etwas als Anerkennung für herausragende Leistungen, sondern schlicht und einfach, weil ihm sein Chef eine Luftveränderung gönnt. Schliesslich hatte schon der Chef-Vorgänger kurz vor seinem Abgang dem Vorgänger des Informationschefs noch einen wunderbaren Repräsentantenposten in Mailand verschafft. Nun geht es also ans Abschiednehmen. Zum Beispiel vom früheren Arbeitgeber des Informationschefs, dem Schweizer Fernsehen. Es wird deshalb ein Besuch auf der Chefetage in Leutschenbach organisiert, bei dem gleich der Nachfolger vorgestellt werden soll. Auch der Generalsekretär des Departements darf mitreisen. Normalsterbliche stellen sich vor einer Fahrt von Bern nach Zürich allerhöchstens die Fragen: Auto oder Zug, Erst- oder Zweitklass-Billet? Im EDA wurde jedoch zusätzlich die Schönwettervariante eines Flugs von Bern nach Zürich ins Auge gefasst. Nur dem Eingreifen höherer Mächte ist es zu verdanken, dass diese Vergnügungsreise ins Wasser fiel. Wenigstens auf den Himmel ist noch Verlass.
(Quelle: Text aus der NZZ vom 24.9.02)

5. Bankgeheimnis und die EU
Die EU kämpft mit schwerwiegenden internen Schwierigkeiten bei den Verhandlungen über den Informationsaustausch bei Geldtransaktionen. Die EU-Kommission (= Exekutivorgan der EU) möchte die Verhandlungen der 15 EU-Staaten über dieses Geschäft bis Ende 2002 abgeschlossen haben. Österreich, Belgien, England (gibt es offiziell aber nicht zu...) und vor allem Luxemburg wollen aber nicht zu einem vollumfänglichen Informationsaustausch einlenken, solange die EU nicht entsprechende Abkommen mit Nicht-EU-Staaten (vor allem Schweiz und USA, aber auch Andorra, Monaco u.s.w.) über den Informationsaustausch abgeschlossen hat. Mit anderen Worten: Gleichwertige Massnahmen mit Nicht-EU-Staaten sind Voraussetzung, dass ein interner Kompromiss in der EU zustande kommt.
Das Jahr 2002 neigt sich nun dem Ende zu, die Zeit wird knapp. Eine Lösung ist nicht in Sicht und je länger je mehr muss ein Sündenbock her (deshalb auch hat jetzt Frits Bolestein, zuständiger EU-Kommissar für das Dossier, die Schweiz öffentlich so stark wie noch nie kritisiert). Gefunden wurde die Schweiz, die derzeit wegen den Verhandlungen über die Billateralen II sowieso über dieses Thema mit der EU verhandelt.
(Quelle: Text aus Backslash09, politischer Newsletter)

Young4FUN.ch hält an ihrer Meinung fest: EU-Kommissar Bolkestein muss man in dieser Angelegenheit klar zu verstehen geben, dass sich die Schweiz als souveräner Staat keinen Druckversuchen beugen wird. Die Verhandlungen über die Bilateralen II sind unter diesen Umständen abzubrechen. Aus Schengen und den Bilateralen II wird die Schweiz ohnehin keinen Nutzen ziehen können. Gegenüber der EU befindet sich die Schweiz ohnehin in einer unklaren Situation: Solange der Bundesrat am Beitrittsgesuch festhält und gleichzeitig bilaterale Verhandlungen führt, sendet er widersprüchliche Signale nach Brüssel aus. Spätestens seit der letzten EU-Abstimmung (2001: 75%-NEIN) ist klar, dass dieses Gesuch zurückzuziehen ist.


6. Planspiel zur Osterweiterung 11./12. Oktober 2002
Das geplante Planspiel zur Osterweiterung "Im Osten geht die Sonne auf" (siehe früherer Young4FUN.ch-Newsletter) für Jugendliche des Europabüros München musste abgesagt werden. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird das Planspiel auf Januar 2003 verschoben. Mögliches Datum ist 24./25.Januar 2003. Infos: http://www.europabuero.de/osten/

7. Bilaterale 1: Juristische Abhandlung
Dr. Hermann Thebrath hat auf http://www.weblaw.ch/jusletter/Artikel.jsp?ArticleNr=1916&Language=1 eine 30 A4-seitige Abhandlung zu den im Juni in Kraft getretenen Bilateralen Verträgen 1 geschrieben. Wer sie liest, merkt schnell, dass hinter den Verträgen mehr versteckt ist, als man uns vor der Abstimmung weis machen wollte. Auch der Autor kommt zum Schluss: "Sowohl die bilateralen Abkommen wie auch das revidierte EFTA-Übereinkommen enthalten in vielen 100 Seiten Vertragstexten Regelungen für Hunderte Millionen von Staatsbürgern. Nach langen Jahren der Vorbereitungen konnten alle Abkommen zum 1. Juni 2002 in Kraft treten. Es bleibt zu hoffen, dass die jeweiligen Vertragsstaaten die Abkommen auch zügig mit entsprechenden flankierenden Verordnungen, Gesetzen und Massnahmen umsetzen und die Abkommen auch mit Leben erfüllen."
Man fragt sich: Wie viele Politiker und wie viele Bürger haben in der Schweiz die vielen 100 Seiten verbindlicher Vertragstexte gelesen?


8. Kann Rumsfeld-Plan die NATO retten?
"Wenn der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Dienstag in Warschau in der Runde der NATO-Partner das Wort ergreift, wird er seinen versammelten Ressortkollegen nichts Geringeres präsentieren als einen Rettungsplan für die Atlantische Allianz", schreibt Katja Ridderbusch für die Zeitung "Welt am Sonntag". Der vollständige Artikel mit dem Titel "Kann Rumsfeld-Plan die NATO retten?" ist zu finden unter:
http://www.welt.de/daten/2002/09/22/0922au358054.htx

9. Nizza-Verträge: der leserfreundliche Readers erstmals im Internet

Bisher kostete der 450seitige Reader zu den Nizza-Verträgen 30 tEuro. Seit wenigen Tagen kann man ihn nun kostenlos auf http://www.euobserver.com/index.phtml?download=true&fid=3406 herunterladen. Es ist bisher das einzige Werk, welches die ganzen Nizza-Verträge abdruckt. Zusätzlich gibt es Kommentare, welche dem Verständnis der Leser dienen.
Es ist bezeichnend, dass dieser Reader von einer unabhängigen Organisation herausgegeben wurde und nicht von der EU! Weitere Informationen dazu auf: http://www.euobserver.com/index.phtml?aid=7760
Auch Jens-Peter Bonde hat eine Erklärung zu den Nizza-Verträgen unter http://www.EUobserver.com/index.phtml?aid=1822&sid=12 veröffentlicht.

10. Impressum
Für den Newsletter verantwortlich:
Young4FUN.ch
Junge für Freiheit, Unabhängigkeit u. Neutralität Schweiz
Postfach 569
9501 Wil
PC-Konto: 90-724162-3
info@young4fun.ch
www.young4FUN.ch
www.EUnein.ch
www.UEnon.ch
Redaktion: Reimann

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