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1.
Referendum Armee 21: Jetzt erst recht!
2. Mitmachen: Standaktionen
3. Armee XXI: Geballte Kritik der Wirtschaft
4. Grundsatzdebatte von Milizoffizieren
5. Grüezi Nikosia! Wird Zypern zur 2. Schweiz?
6. Die schwere Geburt einer neuen "EU"-NATO
7. UNO vs. Direkte Demokratie 8. Chat mit Romano Prodi
9. Nur kleinmütige Offiziere scheuen die Armeedebatte
10. Impressum
11. Abbestellen
1.
Referendum Armee 21: Jetzt erst recht!
Mit allen Mitteln wird versucht, das Referendum zu bekämpfen:
Zwischen der Militärzeitung ASMZ und dem Referendumskomitee
wurde ein Vertrag geschlossen, dass die Unterschriftenbogen gegen
Bezahlung beigelegt werden. Ulrich Siegrist und seine SOG (Schweiz.
Offiziersgesellschaft)nötigten auf fragwürdige Art und
Weise die Militärzeitung ASMZ zum Vertragsbruch. Die Unterschriftenbogen
dürfen jetzt nicht beigelegt werden. (Weitere Informationen
siehe NZZ am Sonntag http://archiv.nzz.ch/books/nzzsonntag/0/$8IYWB$T.html
und http://archiv.nzz.ch/books/nzzsonntag/0/$8IN3G$T.html). Und
an einer Kantonsschule wurden Young4FUN.ch-Mitglieder vom Unterschriftensammeln
abgehalten.
(siehe St.Galler Tagblatt http://www.tagblatt.ch/mailartikel.cfm?pass_id=716394&ressortname=Archiv)
Eine Schülerin schreibt dazu in einem Leserbrief unter anderem:
"..... Allerdings darf die Neue Europäische Bewegung (EU-Turbos)
jedes Jahr einen für die Schüler obligatorischen Europatag
durchführen und werben. Und wenn es um die Lehrerlöhne
geht, werden die Schüler für eine 24 Stunden-Protestaktion
instrumentalisiert. Der Schulbetrieb lief mit den Schülern
24 Stunden, um die Öffentlichkeit auf die Anliegen der Lehrerschaft
aufmerksam zu machen. Bei den letzten Bildungsvorlagen des Kantons
St.Gallen war die ganze Schule mit Propaganda-Flugblättern
eingedeckt. Gegen den Krieg wurde während der Schulzeit vor
dem Hauptgebäude demonstriert. Und oft hört man Schüler
über Lehrer klagen, welche in den Schulstunden offen für
politische Abstimmungen oder gar Parteien werben. Die notwendige
Konsequenz fehlt also....."
An mehreren Schulen wurde bisher gesammelt, aber nur an dieser einen
Schule gab es Probleme. Wenn man sieht, dass der Rektor als Oberst
im Gst stark eingebunden ist, wird alles klar.
Es gilt nun die Devise: JETZT ERST RECHT! ZEIGEN WIR DIESEN DEMOKRATIE-FEINDLICHEN
REFERENDUMS-BEKÄMPFERN, DASS WIR TROTZDEM SEHR VIELE UNTERSCHRIFTEN
ZUSAMMENBRINGEN!
Geh sammeln und bestelle weitere Unterschriftenbogen auf: http://www.young4fun.ch/armee21/referendum/bestellung.htm
2. Mitmachen: Standaktionen
3.
Armee XXI: Geballte Kritik der Wirtschaft
In einem Brief an Bundesrat Samuel Schmid und «ausgewählte
Parlamentarierinnen und Parlamentarier» äussern die drei
wichtigsten Schweizer Wirtschaftsverbände massive Kritik am
Ausbildungskonzept der Armeereform XXI. Der Brief von Anfang Juni,
der den «Schaffhauser Nachrichten vorliegt, ist vom Präsidenten
des Wirtschaftsdachverbandes Economie Suisse, Ueli Forster, vom
Präsidenten des Arbeitgeberverbandes, Fritz Blaser, und von
Hans-Rudolf Früh, dem Präsidenten des Schweizerischen
Gewerbeverbandes, unterzeichnet.
Die
drei Präsidenten fordern eine Grundausbildungszeit von 18 Wochen
für Rekruten, anstelle der von Bundesrat und nationalrätlicher
Sicherheitspolitischer Kommission befürworteten 21 Wochen.
Über den Umstand, dass die Sicherheitspolitische Kommission
des Nationalrats (Sik) in entscheidenden Punkten von jenem Ausbildungskonzept
abweicht, das der Ständerat als Erstrat genehmigt hatte, zeigen
sich die Verbandspräsidenten «ebenso erstaunt wie beunruhigt».
Eine Verlängerung der Rekrutenschule (RS) auf 21 Wochen führe
zu unnötigen Zeitverlusten in der zivilen Ausbildung und werde
zahlreiche potenzielle Kaderkandidaten vom Einstieg in die militärische
Führungslaufbahn abhalten, heisst es im Brief.
Die RS soll so kurz gehalten werden, «dass auch Studierende
ohne Verlust von Semesterwochen oder sogar eines Studienjahres ihre
militärische Ausbildung absolvieren können.» In
einem zweiten Punkt fordert die Wirtschaft mit Nachdruck «eine
ganzheitliche militärische Laufbahn und keine Schnellbleiche,
welche letztlich in ein Zweiklassensystem mündet». Wie
bisher müsse die Führungserfahrung über alle Stufen
erworben werden können. Dieser Vorteil gegenüber ausländischen
Modellen dürfe aus Wirtschaftssicht nicht geopfert werden.
Gemäss den Vorschlägen im Rahmen der Armeereform XXI soll
der angehende Offizier nach einer verkürzten Rekrutenschule
direkt in die Offiziersschule einrücken und dann abverdienen.
Nach diesem Konzept erwirbt der Offizier im Unterschied zur heutigen
Praxis keinerlei Erfahrung als Unteroffizier. Dies kritisiert die
Wirtschaft: «Die Führungsausbildung weist entscheidende
Lücken auf und ist nicht sauber aufgebaut.» So entstehe
die Gefahr, dass sich innerhalb der Führung Kasten bilden und
die jungen Offiziere überfordert würden.
«Wenn sich in der Folge fähige Milizkräfte von der
Kaderlaufbahn abwenden, wird sich die Armee XXI mehr und mehr professionalisieren
und ihre Verankerung in der Bevölkerung verlieren», befürchten
die Unterzeichner des Briefes, Forster, Blaser und Früh. Nach
ihrer Auffassung führen die Vorschläge von Bundesrat und
Nationalratskommission «zu Fehlentwicklungen, die sich langfristig
für die Wirtschaft, vor allem aber für die Armee und ihre
Einbettung in die Gesellschaft, negativ auswirken». (Quelle:
Artikel der Schaffhauser Nachrichten)
4.
Grundsatzdebatte von Milizoffizieren
Auf http://www.asmz.ch/dbif/artikel.html?Heft=200103&Path=2001/03&Seite=11
ist ein hervorragender Artikel von mehreren Milizoffizieren publiziert.
Die Autoren zeigen auf, dass die Konzeption der A XXI auf einem
demokratisch nicht sanktionierten Paradigmenwechsel der Aussenpolitik
aufbaut, einer Aussenpolitik, welche auf Bündnisse und supranationale
Gemeinschaften ausgerichtet ist. Sie sind der Auffassung, dass die
zentralen Fragen zur A XXI in der Ausgestaltung der Armee an sich
liegen, insbesondere deren Fähigkeit, das Land zu verteidigen.
Sie beurteilen die A XXI als einschneidende Beschränkung der
schweizerischen Souveränität und Handlungsfreiheit. Sie
arbeiten heraus, dass das Konzept A XXI im Widerspruch zum Auftrag
der revidierten Verfassung steht, welche verlangt, dass die Armee
befähigt sein muss, Land und Bevölkerung zu verteidigen.
Da die geplante A XXI dies nicht mehr könne, halten die Autoren
sie für verfassungswidrig.
5.
Grüezi Nikosia! Wird Zypern zur 2. Schweiz?
Einen Monat vor dem EU-Erweiterungsgipfel in Kopenhagen kommt
Bewegung in die fest gefahrenen Gespraeche um den zukuenftigen
Status der geteilten Mittelmeerinsel. Die Vereinten Nationen
praesentierten jetzt einen viel versprechenden Vorschlag zur Loesung
des Konflikts, der sich am Modell der Schweiz orientiert. Georg
Pfeiffer stellt ihn vor.
http://www.europa-digital.de/aktuell/dossier/tuerkei/zypern3.shtml
6.
Die schwere Geburt einer neuen "EU"-NATO
Die Verteidigungsminister der EU haben in Brüssel einen Bericht
über den Aufbau ihrer Eingreiftruppe entgegengenommen. Ähnlich
wie bei der Nato drehen sich die Diskussionen um fehlende militärische
Kapazitäten, doch zeichnet sich eine Arbeitsteilung ab. (Quelle:
http://www.nzz.ch/2002/11/20/al/page-article8J5W4.html)
Vor dem Prager Nato-Gipfel hat dagegen Deutschlands Außenminister
Joschka Fischer eine Arbeitsteilung zwischen EU und Nato im Krisenmanagement
abgelehnt. Es werde nicht daran gedacht, dass die EU "ein Friedenskorps
aufstellt, sondern eine wirksame Eingreiftruppe", sagte Fischer
am Montagabend nach Beratungen im Brüsseler Ministerrat. (Quelle:
http://www.ftd.de/pw/in/1037694993213.html?nv=wn)
7.
UNO vs. Direkte Demokratie
Die Bewohner Gibraltars haben in einer Volksabstimmungüber
den Status der britischen Kolonie auf der Iberischen Halbinsel abgestimmt.
Mit rund 99% der Stimmen lehnen sie die britisch-spanischen Pläne
für eine Teilung der Souveränität ab. Die Volksabstimmung
wurde von der Regierung Gibraltars abgehalten und als lokaler Protest
gegen die Fremdbestimmung organisiert. Die Bewohner der britischen
Kolonie Gibraltar hatten sich bereits 1967 bei einer Volksabstimmung
mit 99,6 Prozent der Stimmen dafür ausgesprochen, dass die
Besitzung weiter britisch bleibt. Dass Spanien dieses Resultat nicht
akzeptieren will, scheint klar. Dass nun aber die UNO das Resultat
nicht akzeptieren will, weil Gibraltar gegen UNO-Konventionen zu
Kolonialverträgen verstosse, erstaunt und zeigt das Demokratieverständnis.
Seit 1964 hat Gibraltar eine weit gehend autonome Regionalregierung,
ausgenommen sind Fragen der inneren Sicherheit und der Verteidigung.
8.
Chat mit Romano Prodi
Romano Prodi, der Präsident der Europäischen Kommission,
lädt Sie am 27. November 2002 zu einem Internet-Chat zur Erweiterung
und zur Zukunft der Union ein. Von 18.00 bis 20.00 Uhr können
Sie in den elf EU-Amtssprachen Ihre Fragen stellen.
Weitere Informationen auf: http://www.eu-kommission.de/html/presse/pressemeldung.asp?meldung=3659
9. Nur kleinmütige Offiziere scheuen die Armeedebatte
Treffender Kommentar aus der NZZ am Sonntag zu den Vorfällen
um die SOG: "Es braucht uns nicht zu kümmern, auf welchen
Pfaden das Referendum gegen die Armee XXI angestrengt wird. Dass
sich ausgerechnet engagierte Milizoffiziere aufgemacht haben, die
vom Parlament verabschiedete Reform zu verhindern, mag zwar verwundern.
Aber die demokratischen Rechte sind da, um genutzt zu werden. Die
Schweizerische Offiziersgesellschaft (SOG) jedoch findet, ein Referendum
müsse unbedingt verhindert werden. Deshalb will sie es nicht
zulassen, dass die «Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift»
als Vehikel für die Unterschriftensammlung benutzt wird. Damit
legt die von Generalstabsoberst Ulrich Siegrist geführte Organisation
ein eigenartiges Demokratieverständnis an den Tag. Es ist nun
einmal eine Tatsache, dass die Meinungen im Offizierskorps über
die Armee XXI geteilt sind. Diese Debatte ist nicht mit verlegerischen
Schlaumeiereien zu torpedieren, sondern offen auszutragen. Was letztlich
zählen sollte, sind die besseren Argumente." (rz.)
10.
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Redaktion: Reimann
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