Young4FUN.ch-Newsletter 46 vom 16. Dezember 2002

1. Neuste NEWS-Zeitung online
2. Young4FUN.ch Generalversammlung 2003
3. Referendum Armee XXI
4. EU-Erweiterung
5. 70% der Niederländer gegen EU-Erweiterung
6. Neue Beiträge auf unserer Internet-Seite
7. Leidensticket nach Westen
8. Schweden stimmen 2003 über tEuro ab
9. Volksabstimmungen in Europa
10. 10 Jahre EWR-Nein
11. Wer, wenn nicht er?
12. Impressum
13. Abbestellen

1. Neuste NEWS-Zeitung online
Unsere neuste Zeitung "News" wurde allen Mitglieder, Gönnern und Sympathisanten per Post zugestellt. Sie
kann ab sofort in Farbe auf http://www.young4fun.ch/news/ausgabe4_2002.pdf gelesen werden. Sie enthält verschiedene
spannende und wie immer sehr lesenswerte Artikel. Das klare Mehr ist dieses Mal der Armee XXI gewidmet. Wer weitere gedruckte Ausgaben zum Weiterverteilen oder ein Probeexemplar per Post möchte, meldet sich bitte unter info@young4fun.ch.

2. Generalversammlung 2003
Die Einladung zur Generalversammlung 2003 vom 18. Januar 2003 in Bern sollten alle Mitglieder, Gönner und Sympathisanten per Post erhalten haben. Wir hoffen auf zahlreiches Erscheinen. Es lohnt sich bestimmt. Weitere Einladungen stellen wir auf Wunsch gerne zu.

3. Referendum Armee XXI
Das Referendum gegen das neue Militärgesetz (Armee XXI) läuft weiterhin auf Hochtouren. Bitte lasst jetzt nicht nach mit Unterschriften sammeln. Nutzt die Weihnachtszeit, um im Verwandten- und Freundeskreis oder auf der Stasse Unterschriften zu sammeln. Noch sind die 50'000 Unterschriften nicht beisammen. Zum Bestellformular: http://www.young4fun.ch/armee21/referendum/bestellung.htm

4. EU-Erweiterung
lr. Am Freitag um 21.45 Uhr war es soweit: Die zehn Beitrittsstaaten wurden beim Gipfel in Kopenhagen feierlich im Kreis der europäischen Familie begrüßt und nahmen unter allgemeinem Beifall ihre Plätze am Tisch des Europäischen Rats ein. Bereits in Kopenhagen versammelten sich über 5'000 Personen, um gegen eine "Festung EU" zu demonstrieren. Und wenn die Minister der 10 Beitrittsstaaten in ihre Heimat zurückreisen, wartet auf sie eine starke Opposition, die mit allen Mitteln den EU-Beitritt ihres Landes verhindern will. Dies wurde an einer Presse-Konferenz der TEAM-Allianz in Brüssel klar, wo sich EU-Kritiker aus Malta, Slowenien, Ungarn, Rumänien und Estland zu Wort meldeten. Nur gerade 5 von 3'000 wegen der EU-Erweiterung in Brüssel anwesenden Journalisten besuchten die Konferenz und in den Medien wird die EU-Erweiterung als beschlossene Sache hingenommen. Diese Rechnung wurde nicht nur ohne das Volk gemacht, sondern auch ohne den Ratifikationsprozess in den neuen und alten EU-Staaten. Hier gibt es einige Sorgenkinder, etwa Frankreich oder Österreich, falls der Transitstreit doch nicht zur nationalen Zufriedenheit gelöst werden kann. Zusätzlich halten alle Beitrittsstaaten Referenden ab. Und deren Ausgang ist in einigen Ländern bindend für die Akzeptanz des EU-Beitritts.
Bereits im Februar dürfte die Abstimmung in Malta über die Bühne gehen. Wir dürfen gespannt sein auf unseren maltesischen Gast an der Generalversammlung 2003.

5. 70% der Niederländer gegen EU-Erweiterung
In einer repräsentativen Umfrage haben sich beinahe 70% der Niederländer gegen die EU-Erweiterung ausgesprochen. Dieses Resultat überrascht. So sind die Niederländer doch die grössten EU-Befürworter der gesamten Union. Experten rechnen damit, dass in Staaten wie Österreich oder Deutschland um die 90% gegen eine EU-Erweiterung sind. Nur werden sie alle leider nicht darüber entscheiden können.
(Quelle: http://www.euobserver.com/index.phtml?aid=8769)

6. Neue Beiträge auf unserer Internet-Seite
Zwei neue Beiträge zur Armee XXI sind zu finden auf http://www.young4fun.ch/news/beitraege.htm.

7. Leidensticket nach Westen
Wozu brauchen wir eigentlich Europa? Solange unsere Politiker auf diese Frage keine richtige Antwort haben, werden sie auch gefragt werden, was dieses Europa eigentlich sein soll. Eine Schicksalsgemeinschaft? Ein gemeinsamer, aber bürokratisch geregelter Markt ohne Seele? Oder der feuchte Traum aller Bauern?
Lies den vollständigen und sehr spannenden Artikel zu diesem Thema der Süddeutschen-Zeitung:
http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/getArticleSZ.php?artikel=artikel2095.php

8. Schweden stimmen 2003 über tEuro ab
Die Schweden sollen am 14. September 2003 über einen Beitritt zur Euro-Zone abstimmen. Auf diesen Termin einigten sich die schwedischen Parteichefs. Laut Premier Göran Persson könnte bei einem Ja für die Gemeinschaftswährung die Krone im Januar 2006 vom Euro abgelöst werden. In jüngsten Umfragen hat die Zustimmung der Bevölkerung zur Abschaffung der Krone aber klar abgenommen. Dies führen Experten auf die bessere Leistung von Schwedens Wirtschaft im Vergleich zu der Euro-Zone zurück. Schweden gehört der EU seit 1995 an, trat aber wie auch Grossbritannien und Dänemark nicht der Währungsunion bei.

9. Volksabstimmungen in Europa
Eine Studie des »Initiative & Referendum Institute Europe« hat festgestellt, dass bereits 30 Referenden zur Entwicklung der Europäischen Union in 11 europäischen Staaten stattgefunden haben. Absoluter Spitzenreiter ist einmal mehr nicht ein EU-Staat, sondern die Schweiz gleich selber. Die Autoren der Studie sehen in der Direkten Demokratie eine Möglichkeit, der Entfremdung zwischen den Bürgern und Brüssel entgegenzuwirken. Sie unterstützen deshalb auch den von Mehr Demokratie entwickelten Vorschlag für die Verankerung von Bürgerinitiativen, Bürgerbegehren und Bürgerentscheiden in der EU-Verfassung. So sollen drei Millionen wahlberechtigte Europäer ein unionsweites Referendum einleiten können.
Entgegen einem häufigen Vorurteil zeigen die Bürger ein großes Interesse an der Integration, wenn sie gefragt werden. Die Beteiligung an den Europa-Volksentscheiden liegt mit durchschnittlich 69 Prozent deutlich höher als die Beteiligung an den Wahlen zum Europäischen Parlament (56 Prozent). Die Studie betont, dass die Europapolitik der Staaten, in denen das Volk gefragt wird, bürgernäher ist. Zudem fördern Referenden die Zustimmung zur Integration und das Wissen über Europa. Die Studie kann bei per Email angefordert werden über:
presse@mehr-demokratie.de
Eine Pressemitteilung zu der Studie ist verfügbar:
http://www.volksabstimmung.org/bu/nn

10. 10 Jahre EWR-Nein
Am 6. Dezember war es soweit: Vor 10 Jahren wurde glücklicherweise der EWR abgelehnt.
Die AUNS (Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz) hat dazu eine hervoragende Standortbestimmung herausgegeben, welche unter http://www.auns.ch/download/ewr_standortbestimmung_de.pdf gelesen werden kann. Die NEBS (Neue Europäische Bewegung Schweiz) hat dazu ebenfalls eine Stellungnahme abgegeben, welche unter http://www.nebs.ch/news/press/press_021206-de.html gelesen werden kann. Young4FUN.ch teilt die Meinung der NEBS, dass der Bundesrat endlich Klartext reden sollte und die europapolitischen Karten auf den Tisch legen sollte. Die NEBS schreibt weiter: "Der Bundesrat muss seinen Beitrag dazu leisten, dass seine drei Bedingungen für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen in der nächsten Legislaturperiode erfüllt werden. Dazu gehört nicht nur die tägliche Überzeugungsarbeit bei den Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch das Angehen der für einen EU-Beitritt notwendigen inneren Reformen. Eine Tabuisierung der Beitrittsfrage ist kontraproduktiv." Genau diese, nur auf einen EU-Beitritt ausgerichteten, inneren Reformen und die tägliche Überzeugungsarbeit für den EU-Beitritt wird Young4FUN.ch mit allen Mittel zu verhindern versuchen. Man darf die weiterhin stark aktive Pro-EU-Lobby auf keinen Fall unterschätzen.

11. Wer, wenn nicht er?
mm. Wenn diese Ergebnisse halten, dann ist das der grösste Erdrutsch in der österreichischen Nachkriegspolitik“ – so kommentierte die Nachrichtensprecherin des österreichischen SRG-Pendants ORF die ersten Hochrechnungen zur Nationalratswahl vom 23.11.2002.
Denn zum ersten Mal seit 36 Jahren ist die Volkspartei ÖVP, die bei der letzten Wahl noch hinter der FPÖ dritte Kraft wurde, stärker als die SPÖ, die von 1969 bis 1999 ununterbrochen den Kanzler stellte. Und das mit 42,3% (+15,4) Prozent gegenüber 36,8% (+3,7) der SPÖ entgegen allen Umfragen auch noch mehr als deutlich. So würde sich zusammen mit der FPÖ, die von ihren 26,9% aus dem Jahre 1999 zwei Drittel der Wählerstimmen verlor und gerade noch bei 10,2% (-16,7) steht, weiterhin eine Regierungsmehrheit finden. Die Grünen verbesserten sich um 1,5% auf 8,9%. Somit kann Kanzler Schüssel, auf dessen Person die ganze Kampagne der ÖVP zentriert war, tatsächlich mit allen drei Parteien über eine Koalition reden. Als einziger hatte er sich alle Optionen offen gehalten und sowieso nur darauf gebaut, als erster zwischen sämtlichen Möglichkeiten auswählen zu können. Denn wäre die ÖVP nur Zweite geworden, wäre die steile Karriere Schüssels, der nach seinem Koalitionspakt mit Haider von vielen auch in seiner eigenen Partei nicht mehr sonderlich geschätzt wurde, wohl jäh beendet gewesen. Nun wird er schnell zum Säulenheiligen der ÖVP mutieren. Eine auf eine einzige Person zugeschnittene Wahlkampagne war in Österreich in dieser Form noch überhaupt nie da gewesen. Insbsondere verwunderlich ist dies, weil Schüssel lange Zeit auf der Sympathieskala der Österreicher recht weit unten stand.
Nachdem die Umfragen lange Zeit eine knappe rot-grüne Mehrheit sahen, kam gegen Ende der Kanzler-Bonus sowie das Angebot Schüssels an den überaus beliebten freiheitlichen Finanzminister Grasser, auch in einer Regierung Schüssel II als parteiloser Finanzminister zu dienen, voll zum Zuge. Das geschah sehr zum Erzürnen des bisherigen Koalitionspartners FPÖ, dessen Krise nach den Rücktritten der FPÖ-Obfrau und Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer, dem bereits genannten Grasser und dem Klubobmann Westenthaler, einst einem Haider-Getreuen, zum Auseinanderbrechen der Regierung geführt hatte. Es darf allerdings bezweifelt werden, ob Schüssel dies nicht zum willkommenen Anlass genommen hat, um die Freiheitlichen zurechtzustutzen und eine satte Mehrheit einzufahren – bisher war ja die FPÖ der grössere Koalitionspartner. Dieses Vorgehen ist für ihn nicht neu: schon 1995 hatte er aufgrund guter Umfragewerte Neuwahlen vom Zaun gebrochen, diese allerdings verloren und sich mit dem Vizekanzlerposten in einer grossen Koalition mit der SPÖ zufrieden geben müssen.
Sehr interessant ist, dass die SPÖ trotz für sie eignetlich guter Bedingungen nur äusserst bescheidene Zugewinne verbuchen konnte: Denn es ist eine Tatsache, dass die zerstritenne Wenderegierung die höchste Steuerbelastung und höchste Arbeitslosigkeit im Nachkriegsösterreich hinterliess. Doch weder SPÖ noch Grüne konnten wirkliche thematische Akzente in einem vorwiegend inhaltsleeren Wahlkampf setzen, in der von der ÖVP generalbstabsmässig Leere als Inhalt inszeniert wurde. In der FPÖ nahm in den letzten zwei Wochen wieder Jörg Haider das Ruder in die Hand, und der Interimsobmann und Sozialminister Herbert Haupt, der den kränkelnden Infrastrukturminister Mathias Reichhold ersetzte, bot noch am Wahlabend seinen Rücktritt an. Die Frage ist nun, ob Haider, der persönlich tief enttäuscht ist von Schüssel, diesen wiederum zum Kanzler machen wird. Denn zwischen den Lagern Schwarz-Blau und Rot-Grün gab es kaum Stimmenbewegungen, die Verluste der FPÖ flossen zum allergrössten Teil zur ÖVP. Das zeigt, dass die Bevölkerung die Totalsanierung Österreichs, die von dieser Wenderegierung nach dreissig Jahren sozialistischer Dominanz in Angriff genommen wurde, im allgemeinen gutheisst und dass eine bürgerliche Mehrheit auf einige Zeit bestehen bleiben sollte. Natürlich trug dazu auch die Blassheit des Technokraten Gusenbauer bei. Wenig goutiert wurde vom Wahlvolk ebenfalls dessen Verbrüderung mit den Initianten der Sanktionen der EU-14 gegen Österreich. Auch schienen die Vorwürfe der ÖVP gegen grüne Chaoten und Drogenbefürworter aufzugehen. Dennoch ist eine schwarz-grüne Koalition nicht prinzipiell undenkbar. Allerdings sind die österreichischen Grünen kaum so machtversessen wie die deutschen Pendants.
Allgemein zeigt sich einmal mehr die Ungenauigkeit von Umfragen – denn offensichtlich sagen die Leute dort eher, was von ihnen vermeintlich erwartet wird, als was sie wirklich denken. So lagen die Grünen in sämtlichen Umfragen vor den Freiheitlichen, und zwischen ÖVP und SPÖ sahen alle ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Allerdings ist es gut möglich, dass die zuletzt geschaltenen Schröder-Karikaturen (als Abschreckung vor dem rot-grünen Schreckensgespenst) der ÖVP einige davon abhielten, Rot-Grün in Österreich zu wählen.
Zuletzt kann die auf vielen ÖVP-Plakaten aufgebrachte Frage „Wer, wenn nicht er?“ neben einem Cello-spielenden Schüssel, was ihm von vielen als Grössenwahn angekreidet wurde, nach dem Wahltag überraschenderweise nur noch als rhetorische Frage angesehen werden.

12. Impressum
Für den Newsletter verantwortlich:
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9501 Wil
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Redaktion: Reimann

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