Young4FUN.ch-Newsletter 49 vom 12. Januar 2003

1. Generalversammlung 18.1.03
2. Medienmitteilung: Brüssel möchte Bern für die EU-Osterweiterung zur Kasse bitten
3. Medienmitteilung: Young4FUN.ch lässt sich weder einschüchtern noch beirren
4. Schweiz im Visier
5. Hat Deiss wirklich den Patriotismus wiederentdeckt? - Nein!
6. Slowakei entscheidet am 16. und 17. Mai über den EU-Beitritt
7. Slowenien uneins über EU- und NATO-Abstimmung
8. EU möchte Erweiterung durch den EWR und insbesondere Norwegen mitfinanzieren lassen
9. Wie die EU die Interessen der Kleinen übergeht
10. Medienmitteilung: Rekrutierung 2003 inakzeptabel und skandalös
11. Impressum
12. Abbestellen

1. Generalversammlung 18.1.03
Die Young4FUN.ch-Generalversammlung 2003 wird am kommenden Samstag, 18. Januar, um 11 Uhr wieder in Bern stattfinden. Es gibt garantiert wieder einige Highlights und wird sehr spannend. Die wichtigen ordentlichen Geschäfte, hochkarätige Referenten oder eine speziell eingerichtete Bundeshaus-Bar versprechen wichtige Politik und FUN. Also: Komm auch Du nach Bern. Wir freuen uns!

2. Medienmitteilung: Brüssel möchte Bern für die EU-Osterweiterung zur Kasse bitten
Durch die bevorstehende EU-Osterweiterung wird sich der EU-Binnenmarkt schlagartig vergrössern, und die weniger stark entwickelten Volkswirtschaften Osteuropas stellen natürlich einen grossen Markt dar. Doch die EU-Finanzen werden stark belastet, und auf die jetzigen EU-Mitglieder kommen hohe wirtschaftliche und gesellschaftliche Belastungen zu. Die Kosten will Brüssel offenbar teilweise auf die EFTA-Staaten abwälzen. Young4FUN.ch fordert den Bundesrat in einer Medienmitteilung auf, standhaft und selbstbewusst gegenüber solchen unhaltbaren Forderungen Brüssels aufzutreten. Das bilaterale Abkommen, seit 1. Juni 2002 in Kraft, muss auf 2004 um die zehn neuen EU-Mitglieder erweitert werden. Wenn aber Bern auch nur so viel zahlen würde wie die EWR-Länder bisher, wären das 83 Millionen Franken jährlich. Wenn die Schweiz solchen unhaltbaren Forderungen nachgibt (ein entsprechender Bundesbeschluss ist referendumsfähig), wird Young4FUN.ch (damals als "Jugend gegen Bilaterale") ein zweites Mal das Referendum gegen die Bilateralen Verträge unterstützen. Sie haben bis jetzt in verschiedensten Bereichen Nachteile gebracht und eine Ausweitung des freien Personenverkehrs auf die 10 Beitrittskandidaten ist nicht im Interesse der Schweiz.
Lies die Medienmitteilung von 11. Januar unter: http://www.young4fun.ch/news/communiques/11januar2003.htm

3. Medienmitteilung: Young4FUN.ch lässt sich weder einschüchtern noch beirren

Young4FUN.ch verwahrt sich in einer Medienmitteilung gegen die Behauptung der Referendumsverhinderer, sie liege in ihrem Kampf gegen die Armee XXI falsch und reagiert damit auf Angriffe verschiedenster Kreise. Insbesondere weist Young4FUN.ch den ungeheuerlichen Vorwurf entschieden zurück, "sich mit Armeegegnern ins gleiche Boot zu setzen". Die Referendumsverhinderer zeigen sich äusserst pessimistisch, wenn sie gleich jede politisch tätige Jugendorganisation ins Lager der Armeeabschaffer stellen.
Lies die Medienmitteilung von 10. Januar unter: http://www.young4fun.ch/news/communiques/10januar2003.htm

4. Schweiz im Visier
lr. Geheimdienste warnen: Die Anzeichen für einen Terroranschlag in Europa mehren sich. Besonders gefährdet sind nach Ansicht von Experten Ziele mit hoher Symbolkraft. Dem VBS ist’s egal. Lies in einem spannenden Beitrag unter http://www.young4fun.ch/news/beitraege/120103_reimann.htm wie es um die Terrorismusgefahr in der Schweiz wirklich steht und weshalb die Armee 21 darauf die völlig falsche Antwort ist.

5. Hat Deiss wirklich den Patriotismus wiederentdeckt? - Nein!
mm. Was ist denn da geschehen? Dasselbe Boulevardblatt, das noch vor kurzem keine Gelegenheit ausliess, die Schweiz schlechtzumachen, hat scheinbar wieder zum Nationalstolz zurückgefunden. Empört wurde das Umschlagblatt des neuen Buches von Stuart E. Eizenstat, dem früheren Unterstaatssekretär der USA, welcher für die sogenannten Entschädigungszahlungen der Schweizer Banken offizieller Verhandlungspartner war, auf die Frontseite gehoben. Darauf ist die Schweizer Flagge abgebildet, und dem Kreuz sind Goldbarren in Anordnung des Hakenkreuzes überlagert. Ein empörter Joseph Deiss wollte sich das nicht bieten lassen. Prompt liess das EDA die juristischen Möglichkeiten, um den Umschlag - selbstverständlich nicht das Buch - verbieten zu können, überprüfen.
Was sind die Hintergründe und hat sich Bundesrat Deiss in dieser Affaire wirklich geschickt verhalten?
Lies den vollständigen Beitrag dazu unter http://www.young4fun.ch/news/beitraege/120103_mathys.htm

6. Slowakei entscheidet am 16. und 17. Mai über den EU-Beitritt
mm. Die bisherigen EU-Mitglieder sind mit Ausnahme Oesterreichs allesamt ohne das Einverständnis der Bevölkerung EU-Mitglied geworden. Erstaunlicherweise sieht das Demokratieverständnis gerade in den jungen Demokratien Osteuropas, die es nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht sehr schwer hatten, um einiges besser aus. So werden wohl in mehreren der 10 Länder, die 2004 im sogenannten "Big Bang"-Szenario der EU beitreten sollen/wollen, Instrumente der direkten Demokratie - seien es nun Volksabstimmungen, Referenden oder Volksbefragungen - zur Anwendung kommen. In der Slowakei wird dies am 16. und 17. Mai dieses Jahres der Fall sein. Darauf haben sich die verschiedenen Parlamentsparteien jetzt geeinigt. Zwar wird der Beitrittsvertrag schon am 16. April unterzeichnet, doch ohne Volkes Zustimmung wird er ohne Gültigkeit bleiben. Die Slowaken werden laut Medienberichten über folgende Frage abzustimmen haben: "Sollte die Slowakei der Europäischen Union beitreten?". Das Ergebnis dürfte allem Anschein nach eindeutig ausfallen: Jüngsten Umfragen zufolge sprechen sich 65 Porzent für und nur 20 Prozent gegen einen EU-Beitritt aus. Allerdings helfen die regierenden Politiker auch nach - bis jetzt wurden 1,25 Millionen Euro für eine "Informationskampagne" ausgegeben, und "nach Bedarf" kann dies laut dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Pál Csáky noch um einiges erhöht werden.
Für einigen Wirbel könnte noch die Initiative sorgen, die Abstimmung über den EU-Beitritt mit der Frage des Nato-Beitritts in einem Junktim zu verknüpfen. Das möchten fast alle politischen Kräfe verhindern. Allerdings verhält sich die Slowakei nach der aussenpolitischen Isolation, die unter Meciar erfolgt war, unter der jetzigen bürgerlichen Regierung (geführt von Mikulás Dzurinda) fast schon wie ein NATO-Vollmitglied. Das war zum Beispiel beim Kosovokrieg zu beobachten.

7. Slowenien uneins über EU- und NATO-Abstimmung
mm. In Slowenien muss das Ergebnis eines Referendums für die Politiker nicht unbedingt bindend sein. Nun streiten sich die slowenischen Parteien darüber, ob die Referenden über einen EU- und NATO-Beitritt bindend sein sollen oder eben nicht. Die oppositionellen bürgerlichen Partein wünschen, dass sich die Regierung an das Stimmergebnis zu halten hätte. Die sozialliberale Regierung steht dem eher skeptisch gegenüber. Aber die rechtliche Lage rund um EU- und NATO-Beitritt ist sowieso noch nicht endgültig geklärt, was die Referenden erschwert und eine intensive Diskussion unter den Parteien hervorgerufen hat. Zudem ist das Datum noch ungewiss, obwohl die NATO-Abstimmung bis Ende März stattfinden müsste.
Meinungsumfragen sagen ein klares Ja zu beiden Fragen voraus: Angeblich sind 71% für den EU-Beitritt und 64% für den NATO-Beitritt.
(Quelle: http://www.euobserver.com/index.phtml?sid=9&aid=8955.)

8. EU möchte Erweiterung durch den EWR und insbesondere Norwegen mitfinanzieren lassen
mm. Während die EFTA, der die Schweiz ja angehört, nur eine Freihandelszone ist, sind die Mitglieder des Europäischen Wirtschaftsraumes voll in den EU-Binnenmarkt eingebunden. Genau deswegen wurde dieser "Europäische Wirtschaftsraum" überhaupt gegründet: Norwegen, Island und Liechtenstein wollten zwar am EU-Binnenmarkt teilhaben, ohne jedoch die volle EU-Mitgliedschaft zu erlangen. Für dieses Recht müssen sie nun teuer bezahlen. Laut Berichten von Wirtschaftszeitungen könnte die EU nämlich bis zum 20fachen des jetzigen Betrages verlangen. Bisher zahlen die drei Mitglieder 24 Millionen Euro jährlich, was bis auf 500 Millionen Euro gesteigert werden könnte. Das würde insbesondere das reiche Norwegen treffen. EU-Kommissar Patten begründet die Steigerungen mit dem durch die EU-Erweiterung vergrösserten Binnenmarkt.
Kjell Jamne, der einer "Nein zur EU"-Bewegung vorsteht, wirft dem konservativen Aussenminister Petersen vor, in den Verhandlungen mit der EU - die bis zum April abgeschlossen sein sollten - nicht hart genug auzutreten. Die Regierung wolle die hohen Zahlungen dann gleich als Grund für einen EU-Beitritt anführen. Jamne meint, dass ein Austritt aus dem Wirtschaftsraum und das Verhandeln eines Freihandelsabkommens die bessere Option sei. Dann müsste sich Norwegen auf keinen Fall Vorschriften und Gesetzen aus Brüssel beugen.

9. Wie die EU die Interessen der Kleinen übergeht
mm. Österreich durfte schon mit den Sanktionen der EU-14 gegen die demokratisch legitimierte und der Verfassung treu ergebenen FPÖ-ÖVP-Regierung erste Erfahrungen sammeln, wie es ist, in der EU als "Kleiner" gegen die "Grossen" anzutreten.
Mit Problemen um das tschechische Atomkraftwerk Temelin sowie den historischen Unrechtsdekreten von Benes und Avnoj in Tschechien und Slowenien ging das dann munter weiter. Angesichts des überwältigenden Sieges der bürgerlichen "Europa-Partei" ÖVP bei den November-Nationalratswahlen wird Österreich diese Kröten wohl einfach schlucken.
Aber das jetzt zur Debatte stehende Transitproblem ist auch für die ÖVP ein zentrales Thema - könnte Kanzler Schüssel doch daheim das Vergessen österreischischer Interessen bei den fernen EU-Gipfeln vorgeworfen werden.
Für den Transitverkehr durch Österreich besteht momentan die Regelung, dass pro Jahr eine gewisse Anzahl an sogenannten Ökopunkten nicht überschritten werden darf. Wieviele Ökopunkte z.B. ein Lastwagen verbraucht, hängt von dessen Einstufung in verschiedene Kategorien, welche nach Umweltfreundlichkeit und Lärmbelästigung erfolgt, ab. Am 31. Dezember des letzten Jahres hatten die EU-Verkehrsminister festgelegt, dass diese Regelung höchstens bis 2006 Bestand haben wird. Das Kompromissangebot der Dänen wurde von Österreich abgelehnt, weil für 2005 und 2006 keine genauen Zahlen genannt wurden und weil bestimmte Lastwagen von der Ökopunkte-Regelung befreit werden sollten. Das ist nicht zuletzt, was die spanische EU-Kommissarin Loyola de Palacio erreichen will. Als theoretisch neutrale Kommisarin setzt sie ständig im Verbund mit den anderen "Grossen" unverhohlen die spanischen Interessen durch.
Der noch amtierende FPÖ-Verkehrsminister Reichhold schlägt vor, die Reglung abzulehnen und die EU-Osterweiterung nicht zu unterzeichnen. Offensichtlich sieht das eine absolute (!) Mehrheit der Österreicher ebenfalls so: Laut einer Umfrage des Nachrichtenmagazins "profil" (www.profil.at) vom 13.1.03 wünschen 51% der Bevölkerung, dass die Lösung des Transitproblems direkt mit der EU-Osterweiterung verknüpft werden sollte, während nur 40% solch eine Vetodrohung nicht befürworten.
Für Österreich steht zu befürchten, dass Kanzler Schüssel zähneknirschend das von den "Grossen" in Brüssel diktierte Abkommen unterzeichnen wird. Für uns, die noch kleinere Schweiz, führt dies einmal mehr vor Augen, was für katastrophale Folgen ein EU-Beitritt zeitigen würde. Denn verglichen mit uns hat Österreich noch ein eher kleines Transitproblem.

10. Medienmitteilung: Rekrutierung 2003 inakzeptabel und skandalös
lr. Der Bundesrat hat gemäss eigenen Angaben "mit Blick auf die Armee XXI" die Verordnung über die Rekrutierung auf den 1. Mai 2002 geändert. Die Rekrutierung wird zentralisiert und nur noch an 6 Standorten in der Schweiz durchgeführt. Gegenüber der bisherigen Aushebung unterscheidet sich die Rekrutierung für die Armee XXI in wesentlichen Punkten. Was daran skandalös ist, findet man in unserer Medienmitteilung vom 3.1. unter http://www.young4fun.ch/news/communiques/03jan03.htm.
Die Verordnung kann unter http://www.admin.ch/ch/d/sr/c511_110.html gelesen werden.

11. Impressum
Für den Newsletter verantwortlich:
Young4FUN.ch
Junge für Freiheit, Unabhängigkeit u. Neutralität Schweiz
Postfach 569
9501 Wil
PC-Konto: 90-724162-3
info@young4fun.ch
www.young4FUN.ch
www.EUnein.ch
www.UEnon.ch
Redaktion: Lukas Reimann

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