Young4FUN.ch-Newsletter 54 vom 17. Februar 2003

1. Breite Unterstützung des Armee XXI-Referendums
2. Lug und Trug in der Armee XXI-Broschüre
3. (Medienmitteilung) Armee muss sparen: Armee XXI-Befürworter ratlos, Young4FUN.ch bietet Lösungen an
4. EU-Befragung im Internet
5. EU-Rat gegen Offenlegung von Dokumenten
6. Gesamtbericht der Tätigkeiten der EU
7. Internationalistisches Polizeiaufgebot
8. Transit-Diktat der EU
9. UNHCR fordert mehr Geld für Asylverfahren
10. Franken an Euro koppeln?
11. 6000 Seiten Erweiterungsdschungel
12. UN-Charta der Wissensgesellschaft
13. Impressum
14. Abbestellen

1. Breite Unterstützung des Armee XXI-Referendums
Unter http://www.admin.ch/ch/d/ff/2003/735.pdf ist nachzulesen, mit welch unerwartet breiter Unterstützung die Bevölkerung in den einzelnen Kantonen das Referendum zustande gebracht hat. Französische Version unter http://www.admin.ch/ch/f/ff/2003/673.pdf.

2. Lug und Trug in der Armee XXI-Broschüre
Die Hochglanzbroschüre (oder handelt es sich eher um einen Hochglanzkatalog?) des Bundes zur Armee XXI ist das Hauptpropagandamittel, mit dem das VBS die Armee XXI an der Urne „durchdrücken“ will. Eine äusserst empfehlenswerte Analyse der Ungenauigkeiten, Fehler und bewussten Irreführungen dieser Broschüre bietet http://www.haefely.info/gesellschaft+politik_armee-XXI.htm. Die Seite wird ständig auf dem Laufenden gehalten.

3. (Medienmitteilung) Armee muss sparen: Armee XXI-Befürworter ratlos, Young4FUN.ch bietet Lösungen an
(Y4F) An das zwei Milliarden schwere Entlastungsprogramm, mit dem die Bundesfinanzen wieder einigermassen ins Lot gebracht werden sollen, muss auch die Armee 120 Millionen beisteuern. Die Armee XXI-Befürworter (inkl. VBS) geben sich ratlos. Die ganzen Finanzprobleme wären nicht da, wenn sich die Armeeplaner wieder auf ihre Kernaufgaben konzentrieren würden und sich von der radikalen Armeereform XXI verabschieden würden.

Mehr dazu in unserer Medienmitteilung: http://www.young4fun.ch/news/communiques/13februar2003.htm.

4. EU-Befragung
lr. Die griechische Ratspräsidentschaft versucht mit einem e-Vote-Programm die Meinungen der Bürger zu erfassen. Dies ist ja ein erster guter Schritt, um das enorme demokratische Defizit der EU zu verkleinern. Allerdings sollte so eine Aktion dann auch wirklich der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Sonst erreicht sie hauptsächlich EU-Beamte und kaum Bürger. Zudem kann einfach geschummelt werden, da als Identifikation eine E-Mail-Adresse genügt. Wer den EU-Technokraten seine Meinung kundtun möchte (auch Schweizer sind zugelassen, die Länder sind in EU-Mitglieder, EU-Beitrittskandidaten und Nicht-Mitglieder unterteilt) kann dies unter http://evote.eu2003.gr/EVOTE/en/index.asp tun. Es stehen momentan 4 Umfragen zur Verfügung. Die Einstiegsseite ist englisch, die Umfragebogen ändern bei der Angabe der Nationalität automatisch in die entsprechende Sprache.

5. EU-Rat gegen Offenlegung von Dokumenten
lr. Der Europäische Bürgerbeauftragte, Jacob Söderman, hat den Rat aufgefordert, einem Studenten Zugang zu einem Gutachten seines Juristischen Dienstes zu geben. Das Gutachten enthielt einen Vorschlag der Kommission für einen Rechtsakt hinsichtlich der Regeln über den Zugang zu Dokumenten. Der Promotionsstudent brachte vor, dass der Rat gegen den elementaren Grundsatz verstossen habe, der Öffentlichkeit einen möglichst umfassenden Zugang zu Dokumenten zu geben. Der Bürgerbeauftragte Söderman forderte das Europäische Parlament auf, ihn bei seinem Aufruf an den Rat zu unterstützen, den Antrag des Studenten zu überdenken. Der Rat argumentierte, dass die Offenlegung seine Fähigkeit zur Inanspruchnahme unabhängiger Rechtsberatung beeinträchtigen würde. Unabhängige Experten rechnen damit, dass über 2 Millionen Dokumente, welche den Bürgern offengelegt werden müssten, bewusst geheim gehalten werden. Als kleiner Trost für die EU sei angefügt, dass die Situation in Bundesbern keineswegs besser ist und man auch beim Bund lieber auf Staatspropaganda als auf die Offenlegung von Dokumenten setzt. Wieso wird z.B. der Fragebogen der neuen Rekrutierung XXI trotz mehrfachem Nachfragen beim VBS bewusst geheim gehalten?

(Quellen: http://www.eu-kommission.de/html/presse/pressemeldung.asp?meldung=3921 + http://www.euro-ombudsman.eu.int/special/de/default.htm)

6. Gesamtbericht der Tätigkeiten der EU
lr. Der Gesamtbericht der Tätigkeiten der EU für das Jahr 2002 wurde von der EU-Kommission vor wenigen Tagen unter http://www.europa.eu.int/abc/doc/off/rg/de/welcome.htm veröffentlicht. Er ist allerdings mit Vorsicht zu geniessen. So werden doch negative Tätigkeiten, harte Problempunkte, Demokratiedefizite, Ausmasse der unglaublichen Bürokratie und einige harte Skandale, die im Jahr 2002 Schlagzeilen machten (siehe Young4FUN.ch-Newsletters 2002) bewusst ausgeklammert. Dies bringt die EU nicht weiter.

7. Internationalistisches Polizeiaufgebot
Beim ganzen Trubel um das WEF und die begleitende linksextreme Gewalt ist völlig untergegangen, dass die Schweizer Polizei offensichtlich hinten und vorne nicht mehr in der Lage ist, die Sicherheit der Schweiz zu gewährleisten. So mussten bei der Eskalation der Situation beim Bahnhof Landquart Wasserwerfer auffahren, um Randalierer am Besetzen der A3 zu hindern. Doch die Wasserwerfer stammten nicht etwa aus Kontingenten der Schweizer Polizei. Nein, die Deutschen mussten in Davos für Recht und Ordnung sorgen. Da wir für die Freiheit, Unahbhängigkeit und Neutralität unseres Landes kämpfen, stimmt uns das doch sehr bedenklich. Kann denn ein Land wirklich frei, unabhängig und neutral sein, wenn bei den ersten Gewalttaten schon fremde Polizisten mit ihren Gerätschaften einschreiten müssen? Das ist wohl eher eine rhetorische Frage.

Es ist ein Armutszeugnis für das VBS, nicht in der Lage zu sein, mit den eigenen Mitteln den Rechtsstaat zu gewährleisten. Es ist scheinbar angenehmer, soviel Geld in die Armee XXI-Propaganda zu verschwenden, wie es für mehrere WEF-Einsätze ausreichen würde.

Doch der nächste Grosseinsatz von Polizei und Armee steht schon bevor. Dazu wird es beim G8-Gipfel in Evian bei der Schweizer Grenze kommen. Hier soll die Schweiz die Sicherheit der Konferenzteilnehmer mitgewährleisten und dafür insgesamt laut Bundesrätin Calmy-Rey bis zu 40 Millionen (!) Franken aufbringen. Die französische Seite hat das zudem relativ ruppig eingefordert.

Wie soll denn ein Land Konferenzen eines anderen Landes absichern, wenn das nicht einmal im eigenen Land klappt? Und wieso besteht dazu überhaupt ein Anlass?

Um die Unabhängigkeit, Freiheit und Unabhängigkeit der Schweiz aufrechtzuerhalten, sind die Schweizer Behörden dazu aufgerufen, dafür zu schauen, dass Polizei und Armee im eigenen Land einsatzbereit und -fähig sind. Gleichzeitig sind Einsätze mit und in anderen Ländern abzulehnen.

Quellen:
http://www..admin.ch/cp/d/3e4b4e20_1@presse1.admin.ch.html

http://archiv.nzz.ch/books/nzztag/0/$8OH3A$T.htm

8. Transit-Diktat der EU
Seit langem schwelt zwischen Österreich und der EU ein Streit um die Transitregelungen. Die bei EU-Einritt Österreichs 1995 eingeführte Ökopunkte-Regelung zur Limitierung der Transitfahrten läuft Ende diesen Jahres aus. Über die darauffolgende Regelung wurde heftig gerungen (wie bereits berichtet), Noch-FPÖ-Verkehrsminister Reichhold empfahl seiner Regierung sogar ein Veto gegen die Osterweiterung. Doch das hat des Kanzlers Volkspartei schon so gut wie ausgeschlossen.

Diesen Mittwoch haben die EU-Parlamentarier in Strasbourg mit 430 gegen 79 Stimmen und 19 Enthaltungen das endgültige Ende des Ökopunktesystems bis 2006 besiegelt. Bis dahin soll es graduell abgebaut werden. Die österreichischen EU-Parlamentarier sowie die Grünen stimmten gegen den Vorschlag des Italieners Luciano Caveri, der unter http://www2.europarl.eu.int/omk/sipade2?L=EN&OBJID=10644&LEVEL=4&MODE=SIP&NAV=X&LSTDOC=N nachzulesen ist.

Damit begibt sich das EU-Parlament auf Kollisionskurs mit dem EU-Rat. Denn die Parlamentarier stimmten auch gegen die – aus österreichischer Sicht immer noch ziemlich unzreichenden – Kompromissvorschläge des EU-Gipfels von Kopenhagen Ende letzten Jahres. Das Ganze wird wohl auf ein Vermittlungsverfahren zwischen EU-Rat und EU-Parlament hinauslaufen. Doch für Österreich zeichnet sich auf jeden Fall eine Niederlage ab, die Frage ist nur noch, ob sie schwer oder minderschwer sein wird. Nach der Entscheidung protestierten 30 Aktivisten aus den Alpenregionen Österreichs, Italiens, Frankreichs und der Schweiz mit dem Rückhalt der Grünen Partei gegen die Verschmutzung der Alpen durch Schwertransporte. Es ist auch denkbar, dass die Alpenkonvention noch eine letzte Handhabe gegen die Regelungen bietet.

Eines ist jedoch völlig klar: Jede weitere Annäherung der Schweiz an die EU würde auch der Schweiz eine zentralistisch von Brüssel diktierte Zwangstransitpolitik bescheren.

9. UNHCR fordert mehr Geld für Asylverfahren
Das UNO-Flüchtlingshochkommissariat mischt sich unverblümt in innere Angelegenheiten Österreichs ein und fordert, dass mehr Geld für Asylverfahren bereitgestellt wird. Laut UNHCR dauerten die österreichischen Asylverfahren zu lange. Viele Verfahren sind noch hängig, da so viele Asylbewerber in Österreich unterkommen möchten. Dies freilich interessiert das UNHCR nicht. Damit wendet sich das Hochkommissariat auch gegen die guten, aber kostspieligen Integrationsmassnahmen, die die österreichische Regierung in der letzten Legislaturperiode beschlossen hat. Es handelt sich für wirkliche Flüchtlinge also um einen veritablen Bärendienst.

Es wird wohl nicht lange dauern, bis die Schweiz das nächste Opfer des Kritik- und Profilierungswahns des UNHCR wird.

Quelle: http://www.unhcr.ch/cgi-bin/texis/vtx/home/++wwBmeylABKwwwwrwwwwwwwhFqnN0bItFqnDni5AFqnN0bIcFqrE15BGowMzmwwwwwwwwDzmxwwwwwwwdFqidGmnGaxOa-uPPyER0ay0Ig/opendoc.htm

10. Franken an Euro koppeln?
Vor kurzem hat Jean-Pierre Roth, Präsident der Schweizer Nationalbank, bekanntgegeben, dass es „keine Option“ sei, den Franken an den Euro zu koppeln. Letzten Monat hatte der Vizepräsident der SNB, Bruno Gehrig, noch gesagt, dass das Koppeln des Franken an den Euro zur Schwächung des für den Export schädlich hohen Frankenkurses infrage käme. Denn bisher hätte eine andere Methode, nämlich das Senken der Zinsen, selbst nach sechsmaligem Erfolgen innerhalb der letzten zwei Jahre kein merkliches Resultat erzielt.

In den letzten drei Jahren hat der Franken gegenüber dem Euro um 9% und gegenüber dem Dollar sogar um 17% zugelegt. Für eine Exportwirtschaft, wie sie die Schweiz nun einmal ist, ist das natürlich nicht gerade ideal, zumal drei Viertel der Schweizer Exporte in die USA und die EU gehen.

Doch ein eventuelles Koppeln an den Euro bedeutete den Verlust des Zinsvorteils. Während die EZB die Zinsen auf 2,75% festlegt, betragen diese in der Schweiz nur 0,75%. Eine Erhöhung würde der Wirtschaft nachhaltig schaden. Deswegen sind die Äusserungen von SNB-Präsident Jean-Pierre Roth äusserst erfreulich. Nicht ganz durchsichtig ist aber, warum dann der Vizepräsident solch abstruse Gedanken noch letzten Monat öffentlich lancierte. Vor allem im Hinblick auf eine eigenständige Finanz- und Währungspolitik muss jedweder Gedanke einer Kopplung des Schweizer Frankens an den tEuro ein Tabu bleiben.

http://quote.bloomberg.com/fgcgi.cgi?mnu=news&ptitle=Currency%20World&tp=ad_uknews&T=news_storypage99.ht&ad=world_currency&s=APkjZOBTrU05CJ3Mg

11. 6000 Seiten Erweiterungsdschungel
Die polnische Regierung hat einer Pressemitteilung vom 12. Februar die „Rohversion“ der 70 Dokumente, aus denen der EU-Erweiterungsvertrag bestehen wird, angehängt. Der Paragraphendschungel erstreckt sich auf sagenhafte 6000 Seiten. Für Interessierte:

http://www.ukie.gov.pl/eng.nsf/0/66AE3E7793B35334C1256CCC003E8965?Edit.

12. UN-Charta der Wissensgesellschaft
Im Dezember findet in Genf der UN-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft statt. Die Heinrich-Böll-Stiftung hat eine "Charta der Bürgerrechte für eine nachhaltige Wissensgesellschaft" (http://www.itu.int/dms_pub/itu-s/md/03/wsispc2/c/S03-WSISPC2-C-0065!!PDF-E.pdf) als Arbeitspapier vorgelegt. Am zweiten Vorbereitungstreffen vom 18. bis 27. Februar nimmt unter der Führung von BAKOM-Direktor Marc Furrer eine 21köpfige Schweizer Delegation teil. Hoffentlich nehmen sie sich eine der wichtigen Aussagen des Papieres – „Jede Person muss ohne Diskriminierung Zugang zu den Dokumenten, Dateien und Registern der öffentlichen Administration haben, solange dem nicht legitime private oder fundamentale öffentliche Interessen widersprechen“ - zu Herzen und tragen sie auch in Bundesratskreise. Denn bei aktuellen UNO-Unterlagen und erst recht bei der Armee XXI haben wir bisher sehr viel von Diksriminierung und äusserst wenig von Offenheit und Zugang gemerkt….

13. Impressum

Für den Newsletter verantwortlich:
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Postfach 569
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www.young4FUN.ch
www.EUnein.ch
www.UEnon.ch

Redaktion: Mathys

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