Young4FUN.ch-Newsletter 56 vom 24. März 2003

1. Mitgliederbeitrag 2003
2. Umfrage zur neuen Aushebung
3. Armeeplaner: Schweizer "Käfig" bestehend aus Milizprinzip, Konkordanz, Rüstungsplafond und Neutralität sprengen
4. Abhöreinrichtungen in EU-Büros entdeckt
5. Zypern bleibt geteilt...
6. Knappes EU-Ja in Malta - oder doch eher ein Nein?
7. Alfred Mifsud: Malta, Schweiz und die Kraft der Zusammenarbeit
8. VBS-Propaganda gerät ins Kreuzfeuer der Kritik
9. Mutiger Anwalt klagt gegen die Sanktionen der EU-14 gegen Österreich
10. Impressum
11. Abbestellen

1. Mitgliederbeitrag 2003
In unserem letzten Postversand haben wir leider vergessen, die Höhe des Mitgliederbeitrages anzugeben. Erfreulicherweise kamen deshalb nun über 50 Anfragen bei uns rein. Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass diese unverändert 20 Franken für Lehrlinge, Schüler + Studenten sowie 30 Franken für Berufstätige betragen. Auch über Aufrundungen und Spenden freuen wir uns gerade in Abstimmungskampf-Zeiten natürlich sehr. Die PC-Kontonummer lautet 90-724162-3. Herzlichen Dank an alle, welche den Mitgliederbeitrag 2003 bereits bezahlt haben.

2. Umfrage zur neuen Aushebung
Da sich die zuständige VBS-Abteilung weigert, die rund 800 Fragen und weitere Informationen über die neue Rekrutierung XXI bekannt zu geben, hat Young4FUN.ch vor einigen Wochen eine Umfrage zu diesem Thema gestartet. Die Umfrage kann unter www.armeereform.ch/fragebogenaushebung.pdf angeschaut werden. Wer in diesem Jahr die Aushebung gemacht hat, soll doch bitte auch mitmachen bei der Umfrage. Vielen Dank! Über die Resultate werden wir selbstverständlich in einem der nächsten Newsletter berichten.

3. Armeeplaner: Schweizer "Käfig" bestehend aus Milizprinzip, Konkordanz, Rüstungsplafond und Neutralität sprengen
Die Schweiz sei gefangen im goldenen Käfig bestehend aus Milizprinzip, Konkordanz, Rüstungsplafond und Neutralität. Dieser goldene Käfig gilt es nun - so wollen es die Autoren - politisch zu sprengen. Ein Weg zur "Befreiung" führt über die Radikalreform Armee XXI. Danach soll jedoch in rollender Planung die Armee weiterentwickelt werden zu einer Integrationsarmee mit konsequenter Beteiligung an Auslandeinsätzen. Dabei soll die Schweiz sich bei allen Petersberger-Aufgaben beteiligen, d.h. auch bei robusten Einsätzen. Denkt man noch dazu, dass sich die Behörden mit dem neuen Militärgesetz weitreichende Kompetenz geben wollen, die Armee nach ihrem Willen (ohne Mitsprache der Bürger via Referendum) über Verordnungen zu regeln, so wird das Szenario der Autoren erschreckend realistisch. Wenn man wissen will, welche Ziele unsere obersten Armeeplaner verfolgen - denn René Eggenberger ist der jetzige Chef der Abteilung Planung Armee XXI - dann ist dieser Artikel http://www.borchert.ch/paper/GESVP_und_Armee.pdf unbedingt zu empfehlen. Viele brisante Zitate von offizieller Seite zur Radikalreform gibt es unter http://www.armeereform.ch/pages/zitate.htm.

4. Abhöreinrichtungen in EU-Büros entdeckt
sb. Brüssel. In deutschen und französischen EU-Büros in Brüssel sind elektronische Abhöreinrichtungen gefunden worden. EU-Sprecher Dominique-George Marro erklärte am Mittwoch, Ermittlungen seien eingeleitet worden. Es gebe aber noch keine Hinweise, wer die Wanzen angebracht habe. Auch in EU-Büros anderer Staaten seien Abhöranlagen entdeckt worden. Marro sprach von «Abweichungen in den Telefonanlagen». Sie seien bei einer Sicherheitsüberprüfung vor wenigen Tagen aufgefallen. (Quelle: AP/BaZ.)

5. Zypern bleibt geteilt...
am. Der UNO-Vorschlag für ein geeintes Zypern wurde von den Inseltürken abgelehnt. 2004 will die EU nun nur den griechischen Südteil der Insel aufnehmen. Dies hat weitreichende Folgen: - Die Teilung der Insel wird zementiert - EU-Territorium ist von den Türken widerrechtlich besetzt. Mit anderen Worten: Die Türkei ist völkerrechtswidrige Besatzermacht auf EU-Gebiet! Gleichzeitig ist aber ein türkisches Beitrittsgesuch in Brüssel hängig... - Verlierer, allerdings selbstverschuldet, sind die Inseltürken. Wirtschaftlich geraten sie noch mehr ins Abseits. Mit dem jetztigen UNO- Verhandlungsangebot hätten die Inseltürken gewisse Selbstbestimmung gehabt. Bei einem allfälligen Beitritt der Türkei zur EU werden sie leer ausgehen. Die EU wird eine Lösung des Konflikts verlangen - dann aber diktieren ausschliesslich die griechischen Zyprioten die Bedingungen... Denktasch, der Führer der Inseltürken, macht also das denkbar Dümmste...

6. Knappes EU-Ja in Malta - oder doch eher ein Nein?
mm. Am 8. März haben sich 91% der Malteser Stimmberechtigten am Referendum über den EU-Beitritt beteiligt. 53,6% sprachen sich für den Beitritt aus, 46,4% dagegen. EU-Komissionspräsident Prodi war über den Ausgang des Referndums erfreut, und Premierminister Adami von der sogenannten Nationalen Partei war mit seinem Sieg zufrieden. Doch die Frage des EU-Beitritts hat die Gesellschaft Maltas zutiefst entzweit, das Ende der Diskussion ist mit diesem knappen Entscheid noch längst nicht in Sicht. Denn Oppositionsführer Alfred Sant, Vorsitzender der Sozialistischen Partei, welche gegen den EU-Beitritt gekämpft hat, reklamiert den Sieg für sich. Er meint, dass die 9%, welche der Abstimmung ferngeblieben sind, als Nein-Stimmen gewertet werden sollten. Dann ergäbe sich mit 152.788 Nein-Stimmen/Enthaltungen/ungültigen Stimmen eine klare Mehrheit von 7.856 Stimmen gegenüber dem 144.932 Stimmen starken Ja-Lager. Effektiv wünschen nur 48% der Malteser einen EU-Beitritt. Doch das Referendum war für die Regierung sowieso nicht bindend, die Frage des EU-Beitritts ist noch nicht abgeklärt. Nach dem Sieg der Befürworter hat Premierminister Adami für den 12. April nämlich Neuwahlen angesetzt. Oppositionsführer Sant sagt ganz klar aus, dass im Falle eines Machtwechsels und einer sozialistischen Mehrheit im Parlament kein EU-Beitritt erfolgen würde. Die Politiker auf Malta werden drei weitere Wochen den Atem anhalten müssen. Alfred Sant spricht von einem "zweiten Referendum" für den 12. April. Für den Fall eines Sieges der Opposition: Anstatt der EU beizutreten, soll dann ein "Partnerschaftsabkommen" ähnlich den Bilateralen I in der Schweiz verhandelt werden - wobei die Malteser sich hoffentlich nicht so sehr über den Tisch ziehen lassen. In der nächsten Legislaturperiode soll ein Referendum darüber entscheiden, ob das Partnerschaftsabkommen oder der EU-Beitritt umgesetzt werden soll. Details und Weiterführendes: http://www.euobserver.com/index.phtml?aid=10475 http://www.euobserver.com/index.phtml?aid=10503 http://www.euobserver.com/index.phtml?aid=10541 http://www.euobserver.com/index.phtml?aid=10555 http://www.euobserver.com/index.phtml?print=true&sid=15&aid=10581 www.maltastar.com www.maltamedia.com www.timesofmalta.com http://www.maltastar.com/news.asp?newsitemid=8904&date=3/22/2003

7. Alfred Mifsud: Malta, Schweiz und die Kraft der Zusammenarbeit
Der bekannte maltesische Politiker und ehemalige Ministerpräsident Alfred Mifsud (http://www.alfredmifsud.com/) hat in der Zeitung MaltaStar auf englisch einen starken Text zur Kraft einer Partnerschaft ohne EU, zum Erfolgsprinzip der Schweiz und zu dessen Bedeutung für Malta veröffentlicht: http://www.maltastar.com/news.asp?newsitemid=8557&date=3/3/2003

8. VBS-Propaganda gerät ins Kreuzfeuer der Kritik
Dem freien und mündigen Schweizer Bürger gefällt es normalerweise nicht, wenn der Staat ihm eine Abstimmungsempfehlung allzu vehement nahe legen möchte. Dass dies bei der Abstimmung über die Radikalreform zur Armee XXI durch die Hochglanzbroschüren und CD-ROMs auf extreme Art und Weise der Fall ist, wird vielen nicht wirklich bewusst - weil das Werbematerial geschickt als "Informationsmaterial" für die AdAs getarnt ist. Deswegen bedarf es hier ganz besonders der unabhängigen Medien. Ein echter Demokrat muss sich gegen sämtliche staatliche Propaganda wehren. Es wurde deshalb von einer Bürgerinitiative namens "Bürger für Bürger" die Volksinitiative "Volkssouveränität statt Staatspropaganda" lanciert. Weitere Informationen dazu gibt es unter: www.freie-meinung.ch

9. Mutiger Anwalt klagt gegen die Sanktionen der EU-14 gegen Österreich
mm. Vor drei Jahren hat der österreichische Anwalt Karl Schelling bereits gegen Belgien geklagt, und zwar wegen der Sanktionen, die Österreich nach der höchstdemokratischen Bildung der schwarz-blauen Regierung Schüssel I zuteil kamen. Aus formellen Gründen wurde aus dieser Klage leider nichts. Nun probiert sich der Anwalt erneut mit einer Klage, dieses Mal gegen Deutschland. Zwei Klagen wurden in Berlin hinterlegt - eine in seinem Namen, eine im Namen eines oberösterreichischen Hoteliers, der aufgrund der Sanktionen erheblichen finanziellen Schaden erlitten hat. Ausserdem ist eine Nebenklage beim Bezirksgericht Dornbirn hängig, diese wurde dem EuGH in Luxemburg zur Vorentscheidung vorgelegt. Jetzt muss sich die österreichische, deutsche und EU-Justiz also mit diesem dunklen Kapitel der EU-Geschichte befassen. Die Urteile dürften mit Spannung erwartet werden, aber es wird frühestens in zwei Jahren so weit sein. Drücken wir Karl Schelling die Daumen! Quelle: http://vorarlberg.orf.at/oesterreich.orf?read=detail&channel=7&id=246136

10. Impressum
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Redaktion: Reimann

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11. Abbestellen
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