Young4FUN.ch-Newsletter 61 vom 13. Juni 2003

1. Kampagnen-Bus-Tour und EU-kritisches Jugendcamp in Estland
2. Raumschiff Brüssel. Wie die Demokratie in Europa scheitert.
3. Euro: In Schweden stehen die Zeichen auf Ablehnung
4. News von TEAM
5. Millionenschaden bei Eurostat
6. EU-Kritiker präsentieren alternative EU-Verfassung
7. Daily Mail führt eigene Abstimmung zur EU-Verfassung durch
8. Neuster EU-Skandal: Milliarden für serbische Zuckerhändler
9. VBS: Untersuchung wegen Armee-Reisli
10. 100 vorgesehene Frühpensionierungen im VBS werden gestoppt
11. Kurios: Massendemo gegen EU in Havanna
12. Impressum
13. Abbestellen

1. Kampagnen-Bus-Tour und EU-kritisches Jugendcamp in Estland
Estland ist ein wunderschönes Land mit einer herzlichen Bevölkerung und tollen Einkaufsmöglichkeiten. Am 14. September stimmen die Esten über den EU-Beitritt ab. Die Estnischen EU-Kritiker sind dringend auf Informationen und Unterstützung aus dem Ausland angewiesen, deshalb lohnt sich ein Besuch jetzt erst recht. Unser Freund Argo Loo (junger EU-Gegner aus Estland) hat jetzt ein phantastisches Projekt auf die Beine gestellt. Vom 11.7 bis zum 26.7 sowie vom 26.7 bis zum 3.8. findet jeweils ein EU-kritisches Jugendcamp sowie eine Bus-Tour durch ganz Estland statt. Es werden Teilnehmer von EU-kritischen Jugendbewegungen aus ganz Europa erwartet. Bei diesem einmaligen Anlass stehen 3 Dinge im Vordergrund:
1. Unterstützung der "Nein zur EU"-Kampagne in Estland (die einen schweren Stand gegen Millionenkampagnen von Brüssel und Regierung hat) - Schweizer Gäste werden besonders gerne gesehen, da wir den Esten von unserem erfolgreichen Leben im Herzen Europas ohne EU berichten können.
2. Austausch von Ideen und Meinungen zwischen Vertretern der verschiedensten EU-kritischen Jugendorganisationen Europas.
3. Diese Aktion bietet die einmalige Möglichkeit, sich in einem anderen Land an einer EU-Kampagne aktiv zu beteiligen, in Kontakt mit sehr vielen Einheimischen zu kommen, diese kennenzulernen und mit der Bus-Tour auch das gesamte Land zu bestaunen.
Wer vom 11.7-26.7 oder vom 26.7-3.8 (man kann auch Daten abtauschen oder nur eine Woche hingehen) nach Estland gehen möchte, meldet sich bitte unter info@young4fun.ch. Die Kosten für Essen und Übernachtung in Estland sind gedeckt. Einzig die Reisekosten nach Estland müssen die Teilnehmer selber übernehmen. Falls mehrere Young4FUN.ch-Sympathisanten nach Estland gehen möchten, kann allenfalls eine kostengünstigere Gruppenreise organisiert werden. Von Vorteil für die Teilnehmer sind gute Englisch-Kenntnisse.
Einige Links zu Kampagnen-Seiten aus Estland:
http://www.free-europe.info (englisch)
http://www.ukve.ee
http://www.euroskepsis.ee/

2. Raumschiff Brüssel. Wie die Demokratie in Europa scheitert.
"Würde sich die EU bei uns um Beitritt bewerben, müssten wir schreiben: "Demokratisch ungenügend"", meint EU-Kommissar Günter Verheugen. Was Brüssel sagt, ist Gesetz. Immer mehr greift die EU in unser Alltagsleben ein. Welches Benzin wir tanken, welche Zusatzstoffe in die Schokolade kommen, ob die Kohle subventioniert wird und ob große Firmen fusionieren dürfen - all das und noch viel mehr wird in Brüssel entschieden. Längst hat der Euro die D-Mark ersetzt - mit unabsehbaren Folgen für die deutsche Wirtschaft. In Brüssel regiert eine mächtige EU-Kommission, die keiner gewählt hat, ein gewähltes Europaparlament, das wenig Macht hat und ein Ministerrat, in dem bevorzugt hinter verschlossenen Türen gekungelt wird. In ihrem Kern ist die EU ein vordemokratisches Gebilde geblieben - die Bürger bleiben draussen. Aber Europa ist zu wichtig, um es weiter denen in Brüssel zu überlassen!
Zu diesem Thema hat Andreas Oldag (von 1996 bis Ende 2002 Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in Brüssel) ein lesenswertes Buch mit dem Titel "Raumschiff Brüssel. Wie die Demokratie in Europa scheitert." geschrieben. Das 320-seitige Buch belegt mit zahlreichen Fallbeispielen die Defizite der Union. Nach oberflächlicher Betrachtung eine Abrechnung mit Brüssel, aber bei genauerem Hinsehen eine schonungslose, aber konstruktive Kritik des Brüsseler Apparates. Weitere Informationen unter:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3870245786/qid=1055335690/sr=1-1/ref=sr_1_11_1/302-4364638-8383259

3. Euro: "Nein danke!" Nach Dänemark und England auch Schweden
Die englische Regierung hat den Euro-Beitritt auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben, weil ein Euro-Beitritt England im Volk absolut keine Chance hätte und auch weil die englischen Medien täglich gegen die EU-Bürokratie, den Euro und den Konvent schiessen. Neben Großbritannien nehmen mit Schweden und Dänemark zwei weitere EU-Länder bisher nicht am Euro teil. In Schweden ist für den 14. September 2003 eine Volksbefragung angesetzt, bei der über die Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung abgestimmt wird. Jüngste Meinungsumfragen zeigen, dass die Schweden ihre Krone vorläufig behalten wollen. Ende Mai waren 49 Prozent der befragten Schweden gegen eine Einführung des Euro, nur 35 Prozent sprachen sich dafür aus. Es dürfte dabei bleiben, dass überall dort, wo das Volk mitbestimmen kann, der Euro abgelehnt wird.
Quellen und weiterführende Informationen zum Thema:
http://www.diepresse.at/default.asp?channel=e&ressort=ei&id=359533
http://www.no-euro.com/
http://www.democracy-movement.org.uk/main/press/030609.html
http://www.brugesgroup.com/
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,252143,00.html

4. News von TEAM
Auf unserer Partnerseite www.teameurope.info sind zahlreiche neue Artikel zum Eurostat, zur Demokratie in Europa, zur Osterweiterung und zur geplanten EU-Verfassung erschienen. Ein Blick lohnt sich.

5. Millionenschaden bei Eurostat
"Der Schaden bei Eurostat wird auf acht Millionen Euro geschätzt", sagt Herbert Bösch, der im Europaparlament für die Kontrolle des EU-Haushalts zuständig ist. Er wirft der EU-Kommission jahrelange Untätigkeit bei der Aufklärung von Unregelmäßigkeiten beim Statistischen Amt der Union in Luxemburg vor. Die Kommissionsführung habe auf interne Berichte nicht reagiert, die bereits seit 1999 auf mögliche Betrugsfälle hingewiesen hätten. Nun ermittelt bereits die französische Staatsanwaltschaft. Es geht um den Vorwurf, dass Einnahmen aus dem Verkauf von Daten über private Firmen nicht in das EU-Budget, sondern in schwarze Kassen geflossen seien.
Mehr dazu unter: http://www.diepresse.at/default.asp?channel=p&ressort=eu&id=359690

6. EU-Kritiker präsentieren alternative EU-Verfassung
Eine Gruppe von 10 EU-kritischen Abgeordneten des Europäischen Parlaments hat einen alternativen EU-Verfassungs-Entwurf ausgearbeitet. Sie möchten ein "Europa der Demokratien". Eine Zusammenfassung dieses Entwurfes in deutsch gibt es unter:
http://www.bonde.com/index.phtml?sid=51&aid=11447
(Quelle: http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/2950886.stm)

7. Daily Mail führt eigene Abstimmung zur EU-Verfassung durch
Die EU-kritische Tageszeitung aus England "Daily Mail" ist wütend darüber, dass Tony Blair die immer grösser werdenden Forderungen nach einer Volksabstimmung über die geplante EU-Verfassung ignoriert und ablehnt, weil in England niemand eine solche Verfassung will. Über 50% der Britten sind nämlich gemäss einer repräsentativen Umfrage von YouGov der Meinung, dass England besser die EU verlassen sollte anstatt eine Verfassung zu akzeptieren, die die Mitbestimmungsrechte der Engländer beeinträchtigt. Und nur gerade 18% der Engländer verstehen, dass Blair nicht das Volk über die Verfassung entscheiden lassen will. Und in einer anderen Umfrage der Zeitung "Sunday Mirror" waren immerhin 31% der Meinung, England solle die EU so oder so verlassen. Zusammen mit den Meinungslosen macht dies beinahe 50%.
(Infos zu den Umfragen siehe: http://www.femail.co.uk/pages/standard/article.html?in_article_id=183014&in_page_id=2)
Die "Daily Mirror" hat nun in ganz England Abstimmungs-Boxen aufgestellt, bei welchen man selber entscheiden kann, ob man in England über die EU-Verfassung abstimmen will. Weitere Informationen zu dieser Aktion gibt es unter: http://www.femail.co.uk/pages/news/referendum.html?in_page_id=2. Die Resultate werden anfangs nächster Woche veröffentlicht. Auch die Organisation "European Referendum Campaign" (siehe http://www.europeanreferendum.org/) setzt sich dafür ein, dass in ganz Europa über die geplante EU-Verfassung abgestimmt werden kann.

8. Neuster EU-Skandal: Milliarden für serbische Zuckerhändler
Europas Agrarbürokratie hat einen neuen Skandal: Serbische Händler sollen mit Zucker EU-Subventionen in Millionenhöhe erschlichen haben. Und die unendliche Geschichte des europäischen Subventionsbetruges ist um einen Betrug reicher. Wie kam es dazu?
Die europäische Zuckermarktordnung, ein planwirtschaftliches Monstrum, garantiert seit 1968 einem EU-weiten Kartell von Zuckerherstellern einen festen Garantiepreis für die gesamte süsse Ware, die sie innerhalb der Union aus den angebauten Zuckerrüben herstellen und verkaufen können. Weil dieser Brüsseler Planwert mit 680 Euro pro Tonne mehr als das Dreifache des Weltmarktes beträgt, sind Importe aus Nicht-EU-Ländern mit hohen Zollen belegt. Die Konsumenten zahlen für diese Planwirtschaft einen Aufpreis von sechs Milliarden Euro im Jahr.
Im Frühjahr 2000 kamen EU-Beamte auf die Idee, mit Hilfe dieser getarnten Zuckersteuer der darbenden Landwirtschaft auf dem Balkan auf die Beine zu helfen. Daher durften Kroatien und Jugoslawien ab 2001 ihren Zucker zollfrei in die EU exportieren. Es kam wie es kommen musste: Die Exporte stiegen auf 200'000 Tonnen im Jahr und im März 03 waren es schon 10'000 Tonnen Zucker in der Woche. Das dürfte mehr sein, also im ganzen Balkan überhaupt produziert werden kann. Gleichzeitig stiegen die Zucker-Importe im Balkan massiv an - zumeist von EU-Staaten, die ihren überschüssigen Zucker zu Spottpreisen verhökerte. Der Trick war also einfach. Die Serbischen Zuckerhändler importierten Zucker zum Weltmarktpreis von ca. 215 Euro pro Tonne und verkauften ihn in die EU zum EU-Garantierpreis von 680 Euro pro Tonne. Den Millionenschaden berappen (einmal mehr) die EU-Steuerzahler......
(Einen ausführlichen Bericht über diesen Missbrauch gibt es im neusten Spiegel-Magazin: Nr.24/03, S.122)

9. VBS: Untersuchung wegen Armee-Reisli
Das VBS untersucht einen Millionen-Deal. Der Verdacht: Hohe Militärs und andere VBS-Mitarbeiter hätten sich durch Luxusreisen von der Firma Omnisec «kaufen» lassen.
Die Stimmung an den Festspielen in Verona und Nîmes war hervorragend: Divisionäre, Brigadiers, Obersten und Mitarbeiter der Gruppe für Rüstung genossen - teils in Begleitung ihrer Ehefrauen oder Partnerinnen - die von der Firma Omnisec organisierten Reisen. Wenig später erhält die auf Verschlüsselungssoftware spezialisierte Omnisec einen Millionen-Auftrag vom VBS. Das stösst Nationalrat Andreas Gross sauer auf: In einer einfachen Anfrage an das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) verlangt er Aufklärung. «Glaubt der Bundesrat, dass die Teilnehmer an diesen Reisen noch unabhängig genug sein können, um einen solchen Auftrag sach- und nicht kundengerecht vergeben zu können?», fragt Gross. Denn gemäss Personalreglement ist die Annahme von Geschenken strikt untersagt, wie VBS-Generalsekretär Juan Gut bestätigt. «Aber es gibt einen Ermessungsspielraum», so Gut. «Was man an einem Abend essen und trinken kann, ist akzeptabel. Mehr aber nicht.» Jetzt wurden Gruppen und Ämter des VBS aufgefordert, alle Namen der Reise-Teilnehmer zu nennen und weitere Fragen zu beantworten. Juan Gut: «Wir wollen die Untersuchung bis zu den Sommerferien abschliessen.»
(Quelle: http://www.20min.ch/news/schweiz/story/8757445)

10. Falsche Versprechen: 100 vorgesehene Frühpensionierungen im VBS werden gestoppt
Rund 100 Mitarbeitende des Verteidigungsdepartements (VBS) können nicht wie (vor der Abstimmung über die Armee XXI) versprochen vorzeitig pensioniert werden. Es fehlen dafür die notwendigen 20 Millionen Franken.
Die geplanten und eingeleiteten Frühpensionierungen im VBS werden aus Geldmangel gestoppt. Betroffen sind laut VBS-Mitteilung vor allem 58- und 59-jährige Mitarbeitende des Festungswachtkorps (FWK), aber auch der Luftwaffe und der Heeresverwaltung.
Die Frühpensionierungen sind laut VBS entgegen der gängigen Praxis im Departement und in der Bundesverwaltung eingeleitet worden.
Die Zurücknahme der Pensionierungszusage bringe die Betroffenen und ihre Familien in eine "unglückliche Situation", schreibt das VBS.
(Quelle: http://www.20min.ch/news/schweiz/sdastory.tmpl?id=sda0606d73480814696161469616)

11. Kurios: Massendemo gegen EU auf Kuba
In Europa kommt es immer wieder zu Massenkundgebungen gegen die undemokratische EU. Zu einer "etwas speziellen" Massendemo gegen die EU versammelten sich nun mehrere 100'000 Menschen in Havanna. Der Protest richtete sich gegen eine Entscheidung der EU aus dem vergangenen Monat, ihre Politik gegenüber Kuba wegen der anhaltenden Berichte über Menschenrechtsverletzungen zu überdenken.
Mehr dazu: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,252637,00.html

12. Impressum
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www.nato.ch
www.EUnein.ch
www.UEnon.ch
Redaktion: Reimann

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