Young4FUN.ch-Newsletter 65 vom 12. Juli 2003

1. Aushebung: Einsicht? Noch nicht!
2. "200'000 sind arbeitslos. Deiss geht.." nach Brüssel
3. Tollhaus VBS: Chaos total
4. Lutz Ribbe zur EU: Bürokraten, Bullen und Betrüger
5. Rekruten-Psycho-Test: Willige Soldaten für den Orwell-Staat
6. Verordnetes Denken: Unser Schicksal?
7. Konvent: Mitgliedstaaten wollen Vetorecht bei Immigration behalten
8. EU-Osterweiterung: Ein Chance, aber für wen?
9. EU-Verfassung: Volksentscheide in sechs Ländern
10. Stoiber plädiert für Plebiszit über die europäische Verfassung
11. EU plant Verbot zahlreicher Werbe-Spots
12. Europäisches Vademekum
13. Plädoyer für eine neue Sowjetunion
14. George Orwell lässt grüssen
15. Impressum
16. Abbestellen


1. Aushebung: Einsicht? Noch nicht!
Gross vermeldeten die Nachrichtenagenturen, der Teletext und mehrere Zeitungen letzte Woche, dass die Sex-Fragen gekippt werden. Was? Unser Engagement hat sich gelohnt und das VBS zeigt sich ausnahmsweise einsichtig? Leider nein, lediglich der Verfasser des umstrittensten Fragebogens Dr. Vetter vertrat im Radio DRS diese Meinung. Das VBS bleibt stur. (Zitat Sigg: "Wir kippen die Rekrutierung aus dem Programm, bin ich versucht zu antworten, sage aber mit fester Stimme: «Sicher nicht.»") Und selbst wenn diese Fragen gekippt würden: Es bleibt eine Tatsache, dass dieser Test auch so rechtlich unzulässig, viele persönlichkeits- und privatsphärenverletzende Fragen enthält, die neue Aushebung zuviel kostet und aufgrund der vielen falschen Antworten, welche die Rekrutierten abgeben, der Armee ohnehin nichts bringt. Dass der Fragebogen auch politisch sehr fragwürdig ist, zeigen die Beiträge Nr. 4 und 11 in diesem Newsletter, welche uns zugeschickt worden sind. 
Spätestens wer den mehrfach ausgezeichneten EU-Thriller "Der Putsch - Eine Verschwörung bedroht Europa" von Rainer Aumund (siehe http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/340414161X/qid=1058001527/sr=1-3/ref=sr_1_8_3/028-0636553-3307718 - es geht um eine eingeführte Rekrutierung im Sinne der Armee-Aushebung für hohe EU-Beamte und EU-Kommissare und deren wahre Ziele) gelesen hat und die aktuellen Bestechungs- und Korruptionsskandale im VBS sieht, dem dämmerts.
Es bleibt uns nichts anderes übrig, als den Druck weiter hoch zu halten und die nächste Parlaments-Debatte abzuwarten. Wie hilflos der VBS-Generalsekretär und ehemalige GSoA-Aktivist Oswald Sigg in der ganzen Sache (und vielen anderen Angelegenheiten) aussieht, schreibt er als Tagebuch in der Weltwoche gleich selber:
http://www.weltwoche.ch/ressort_bericht.asp?asset_id=5461&category_id=63&seite=&returnurl=/ressort_inhalt.asp


2. "200'000 sind arbeitslos. Deiss geht.." nach Brüssel
"200'000 sind arbeitslos. Deiss geht baden.", lautet die umstrittene, neue Wahlkampagne der SP gegen Euroturbo Deiss. Der erste Satz stimmt. Der zweite ist pure PR. Eigentlich müsste es heissen: "200'000 sind arbeitslos. Deiss geht nach Brüssel.". Die Rezepte von Deiss, welche er an einer Pressekonferenz vom 1. Juli bekannt gab, zielen einzig und alleine auf eine "stärkere Integration in Europa". Es gehe auch um die Liberalisierung des Marktzugangs durch den Abbau von Bewilligungspflichten und um den Abbau von kostentreibender Administration in den Unternehmen, soweit der Staat dafür verantwortlich sei. 
Toll, wenn Deiss wieder einmal keine Antworten auf Lösungen hat, kommt das Wundermittel EU. Wie aber die weit höheren Arbeitslosenzahlen in den EU-Staaten (und erst recht in den EU-Beitrittsländern) oder die vollständige Abschaffung des Schutzes der Schweizer Unternehmen vor ausländischen Billiganbietern ("Liberalisierung des Marktzugangs, Abbau von Bewilligungspflichten etc) zu einer Lösung der Schweizer Probleme beitragen soll, das bleibt das grosse Geheimnis von Bundesrat Deiss.


3. Tollhaus VBS: Chaos total
Seit die Armee XXI unter Dach und Fach ist, überschlagen sich die Ereignisse im VBS und es herrscht ein totales Chaos. Dazu haben die Medien einiges aufgestaut, was vor dem 18. Mai niemals hätte öffentlich werden dürfen. Doch jetzt scheint der Damm gebrochen. Der Reihe nach unter:
http://www.young4fun.ch/news/beitraege/120703_reimann.htm


4. Lutz Ribbe zur EU: Bürokraten, Bullen und Betrüger
Unermüdlich produzieren Brüsseler Beamte einen Wust an Paragrafen und Vorschriften. Steuermilliarden verschwinden in unnützen EU-Projekten. Sehr zur Freude von Schlaumeiern und einflussreichen Lobbyisten. Lutz Ribbe, der Autor des nach wie vor hochaktuellen Buchs "Bananen für Brüssel", schreibt in der Weltwoche über die Entwicklung der EU. Der Artikel lohnt sich wirklich:
http://www.weltwoche.ch/ressort_bericht.asp?asset_id=5435&category_id=60


5. Rekruten-Psycho-Test: Willige Soldaten für den Orwell-Staat
von Peter Aebersold: Die Entrüstung in der gegenwärtigen Medienkampagne wegen der Armee XXI-Rekrutierung ist nicht echt. Dieser und andere Armee XXI-Skandale waren schon vor der Armee-Volksabstimmung vom 18. Mai bekannt. Fast alle Medien und Politiker von rechts bis ganz links haben dies jedoch bewusst verschwiegen, weil das Volk die Armee XXI sonst bestimmt bachab geschickt hätte. Nur so konnten Armeeplaner und Bundesrat mit ihrer beispiellosen Propagandakampagne das schaffen, was der GSoA trotz mehreren Anläufen nie gelungen ist. Mit der Abschaffung der direkten Demokratie in Armeefragen hat sich nun aber ein tiefer Graben zwischen der einstigen demokratiefördernden Miliz-Armee und dem Volk aufgetan. 

Ist sich der Bürger überhaupt bewusst, dass hier ein demokratiefeindlicher Systemwechsel eingeleitet wird? Mit dem Rekruten-Psycho-Test werden Sexualleben samt Perversionen, psychische Schwachstellen, politische Einstellungen und intimes Familienleben sämtlicher jungen Schweizer durchleuchtet und in einer riesigen, totalitären Staatsfiche abgespeichert. Damit ist es ein Leichtes, „willige“, gehorsame und unkritische Orwell-Soldaten für weltweite Kriegs- oder „interne“ Demo-Einsätze auszusondern oder „geeignete“ Führer zu finden, um sie in einem von der Mannschaft abgesonderten Offizierslehrgang entsprechend drillen zu können. Und mit dem Ausscheiden der älteren, besonnenen Miliz-Jahrgänge ist dann die Grundlage für eine „robuste“ Kleinarmee geschaffen, die auch funktioniert, wenn es gilt, ein gegen die Globalisierung rebellierendes oder ein auf CH-Souveränität und Direkte Demokratie pochendes Volk in Schach zu halten. Orwells Warnung ist heute aktueller den je, denn wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf!


6. Verordnetes Denken: Unser Schicksal?

Der aktuelle Leitartikel der neusten Ausgabe des Medien-Panoptikums stimmt nachdenklich und es lohnt sich, ihn zu lesen unter:
http://www.artgate.ch/mediawatch/inhalt/CMS_Layout1.asp?SeitenID=96
Wir zitieren: "Als Stimme einer solchen Neuorientierung hat sich in neuerer Zeit die «Weltwoche» bemerkbar gemacht. Frei von gefärbter Brille spricht sie unverblümt Wahrheiten aus, die wie Pfeile die graue Wand des etablierten Konformismus durchschlagen, sodass die Wirklichkeit plötzlich in aller Schärfe wieder sichtbar wird.
In einer andern Tonart, jedoch ebenfalls mit einer Sehweise ohne gefärbte Brille, verschafft sich die Stimme einer eigenständigen Jugend mit dem modernistischen Namen «Young4fun» zunehmend Beachtung und Respekt in der politischen Arena. 
Noch verharrt die schweizerische Politlandschaft in ihren alten Verhärtungen. Doch unter der Oberfläche regt sich einiges. Vieles deutet darauf hin, dass eine «Graswurzel-Revolution» im Gange ist, die vielleicht in absehbarer Zeit die Türme des verordneten Denkens zum Einsturz bringen könnte."


7. Konvent: Mitgliedstaaten wollen Vetorecht bei Immigration behalten
Deutschland will sein Vetorecht bei der Immigrationspolitik und Frankreich seine 'kulturelle Ausnahme' bei der letzten Konventssitzung am 10. Juli verteidigen, bei der das Prinzip der qualifizierten Mehrheit in EU-Politiken diskutiert werden soll. Mehr dazu: 
http://www.euractiv.com/cgi-bin/cgint.exe/1?204&OIDN=1505886&1001=71
Kommentar: Die Schweiz wird ihr Selbstbestimmungsrecht in Sachen Immigration über die Bilateralen II (Schengen) schon bald aufgeben, wenn dies nicht verhindert wird.


8. EU-Osterweiterung: Ein Chance, aber für wen?
Der Unternehmer Peter Itin hat auf seiner Internet-Seite unter http://www.itin-project.ch/doc/itin%20project%20zur%20EU-Osterweiterung.pdf eine gute Analyse zur EU-Osterweiterung ("Eine Chance, aber für wen?") veröffentlicht. Auf http://www.young4fun.ch/news/beitraege/070703_itin.pdf findet sich ein weiterer Artikel von ihm, den wir ebenfalls empfehlen können.


9. EU plant Verbot zahlreicher Werbe-Spots
Die EU plant ein massives Verbot von Werbe-Spots. Unternehmen und Agenturen, die auf gesundheitsbezogene Werbung auch künftig nicht verzichten wollen, werden einen Hürdenlauf durch die EU-Bürokratie absolvieren müssen. Selbst wissenschaftlich anerkannte Aussagen wie "Kalzium stärkt die Knochen" oder "Obst ist gesund" wären nicht mehr ohne weiteres möglich. Nach einer Übergangsfrist von voraussichtlich drei Jahren dürften derartige Sprüche nur noch benutzt werden, wenn sie zuvor von den Mitgliedstaaten an die Kommission gemeldet und in eine "Positivliste" aufgenommen wurden. Werbebehauptungen, die auf das psychische Empfinden und auf Verhaltensfunktionen abzielen ("Schafft gute Laune", "Hilft gegen Streß") würden gänzlich Verboten. "Haribo macht Kinder froh" und 1000 andere Werbesprüche haben in der EU bald ausgedient. Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft dazu: "Sozialistisches Gedankengut!"...einmal mehr in der EU...
Mehr zum EU-Werbeverbot in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung FAZ:
http://www.faz.net/s/RubC8BA5576CDEE4A05AF8DFEC92E288D64/Doc~E83A3194D1FAC44C7BE87F61C2196CB08~ATpl~Ecommon~Scontent.html


10. EU-Verfassung: Volksentscheide in sechs Ländern
Frankreich, Spanien, Portugal, Dänemark, Irland und Luxemburg haben sich bereits entschieden: In diesen Ländern soll das Volk über die Europäische Verfassung abstimmen. In weiteren EU-Staaten stehen die Chancen für einen Volksentscheid gut. Mehr Demokratie fordert auch in Deutschland ein Referendum. Zum Stand der Diskussion hierzulande und in den 25 EU-Mitglieds- und Beitrittsländern haben wir eine Kurzstudie erstellt:
http://www.mehr-demokratie.de/bu/_pdf/studie_eu-ve.pdf
Ihre Stimme für einen Volksentscheid über die EU-Verfassung in Deutschland unter:
http://www.mehr-demokratie.de/bu/ak/dtour


11. Stoiber plädiert für Plebiszit über die europäische Verfassung
Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber fordert eine Volksbefragung in der Bundesrepublik über die vom EU-Konvent vorzulegende Verfassung. "Ich sage schon lange, dass die Einführung des Euro die letzte EU-Entscheidung von dieser Tragweite ohne Volksbefragung gewesen sein muss", sagte Stoiber. Wenn jetzt eine europäische Verfassung komme, solle sie dem Volk vorgelegt werden, so wie in anderen Länder auch. "Wir haben in Deutschland längst bewiesen, dass wir mit der Demokratie nicht weniger verantwortlich umgehen als andere europäische Länder", so Stoiber. Der CSU-Chef sagte, man müsse auch bei anderen Themen über Volksbefragungen nachdenken, etwa bei einem EU-Beitritt der Türkei. "Das muss man sehr genau abwägen, aber ich schließe das nicht aus", sagte Stoiber. Die CSU pocht bei der EU-Verfassung weiterhin auf die Erfüllung zentraler Forderungen. So soll ein Bezug auf Gott in die Präambel eingefügt werden. Nach Ansicht der CSU sollen darüber hinaus die Zuwanderungspolitik und die Daseinsvorsorge in nationaler Alleinzuständigkeit bleiben.
Auch der Verein "Mehr Demokratie", der die Aktivitäten von Bürgerinitiativen für Volksabstimmungen auf Landes- und kommunaler Ebene bundesweit koordiniert, fordert einen Volksentscheid über die EU-Verfassung in Deutschland. "Verfassungsfragen sollten generell per Volksentscheid geregelt sein. Ein europaweites Referendum über die Verfassung würde deutlich machen, dass die EU ein Europa der Bürger und keines der Regierungen ist", sagte der Vorstandssprecher von "Mehr Demokratie", der ehemalige Grünen-Bundestagsabgeordnete Gerald Häfner. In Dänemark, Irland, Frankreich, Spanien, Portugal und Luxemburg seien Volksabstimmungen vorgesehen. "Warum nicht auch in Deutschland", fügte er hinzu. Der Verein "Mehr Demokratie" hat 4000 Mitglieder.
(Quelle: http://www.welt.de/data/2003/07/09/130532.html)


12. Europäisches Vademekum
Die Urlaubszeit naht, es lockt das süße Nichtstun und schwindet die Lust auf komplizierte Texte und Verhältnisse. Müssen wir deshalb von Europa schweigen? Ganz und gar nicht, denn in der Europapolitik stiftet nur die Debatte Verwirrung - die Wirklichkeit ist viel einfacher. Den Beweis soll folgendes sommerliche Vademekum liefern: Einspruch in acht Punkten - gegen die herrschende europapolitische Konfusion in den Financial Times Deutschland: 
http://www.ftd.de/pw/eu/1057486297358.html?nv=skyx


13. Plädoyer für eine neue Sowjetunion
Das düstere Wort von der "Eurosklerose" ist wieder da. Beängstigend oft fiel der Begriff bei der ersten "European Business Leaders Convention" vergangene Woche in Helsinki. Rund 70 Unternehmer, Topmanager, Banker, Politiker, Wirtschafts- und Politikberater aus Europa und den USA diskutierten drei Tage lang über die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft und über die angespannten transatlantischen Beziehungen. Pessimistisch die Bestandsaufnahme: niedriges Wachstum, geringe Produktivität, hohe Arbeitslosigkeit, mangelnde Innovation. 
Das ganze Plädoyer gibt es unter: http://www.zeit.de/wirtschaft/helsinki
So wie die EU-Verfassung verabschiedet wurde als Raum der sozialen Sicherheit, Gerechtigkeit und Solidarität garantierter Vollbeschäftigung und einem horizontalen Finanzausgleich, lebt die alte Sowjetunion wieder auf. Allein der horizontale Finanzausgleich, der schon in einem vergleichsweise homogenen Land wie der BRD zu eklatanten Verwerfungen führt, zu Stillstand und Verschwendung, muss, EU-weit eingeführt, zu einer Katastrophe apokalyptischen Ausmasses werden.
(Quelle: ef-news)


14. George Orwell lässt grüssen

ip. Interessant: Vor 6 Wochen, als das Thema brisant war und das Stimmvolk die Möglichkeit gehabt hätte, etwas zu bewirken, habe ich ausser in den Uster Nachrichten nichts kritisches zum Psychotest bei der Rekrutenaushebung gelesen, und jetzt haben plötzlich auch andere Zeitungen keine Hemmung mehr, diese umstrittenen Aushebungstests zu hinterfragen. Was schon vor 6 Wochen in den UN zu lesen war, steht jetzt auch in anderen Zeitungen und wird auch von Nationalräten verschiedener Parteien gesagt. Warum kommt dieser «Aufruhr» erst jetzt? 

Kürzlich wurde der 100. Geburtstag von Georg Orwell gefeiert. Was jetzt über die Rekrutenaushebung aufgezeigt wird, ist nur ein Puzzleteil, das zu dessen Horrorvision «1984» passt: «Big Brother is watching you». Es wäre höchste Zeit, dass wir uns alle mit Orwells Fiktion befassen. Dass angeblich der grosse Teil der Jungen die Rekrutenausfragerei für «normal» hält (Anmerkung Red.: Stimmt so zum Glück nicht), zeigt nur, wie weit wir es schon gebracht haben. Noch vor 20 Jahren hätte eine solche Schnüffelei scharfe Proteste ausgelöst, heute gibt es nur eine schwache Reaktion und die Medien und Politiker, die sich in dieser Sache zu Wort melden, konzentrieren sich auf die sexuellen Fragen, die politische Komponente bleibt ausgeblendet. Wir sind der Armeeabschaffung am 18. Mai einen grossen Schritt näher gekommen. Was der GSoA in mehreren Anläufen nicht gelungen ist, haben die Armeeplaner und der Bundesrat mit seiner beispiellosen Propagandakampagne geschafft. Zwischen Volk und Armee hat sich ein breiter Graben aufgetan. Worauf wir als Bürger mehr achten sollten, ist der Systemwechsel, der sich hier zeigt. 

Was bedeutet es zum Beispiel, wenn jetzt mit der Rekrutierung die Spreu vom Weizen getrennt wird? Jetzt sind es Psychiater, die den Vorentscheid fällen, ob einer Führer oder Geführter wird. Die angehenden Führer werden in einen abgesonderten Offizierslehrgang geschleust und brauchen nicht wie ihre Kameraden die ganze Rekrutenschule und die Unteroffiziersausbildung zu absolvieren. Gleichzeitig kann man mit dem neuen Rekrutierungsverfahren dafür sorgen, dass nur williges, eifriges Menschenmaterial zur Armee kommt und die Truppe frei von kritischen, unbequemen Bürgern ist. Mit dem Ausscheiden der älteren Jahrgänge verschwinden nun auch die besonnenen, reiferen Soldaten. Das ist die Grundlage auf der man eine scharfe Kleinarmee aufbaut, eine die auch funktioniert, wenn es gilt, ein unruhig werdendes Volk in Schach zu halten.


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