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Wolfhalden,
23.07.01
Sehr geehrte Damen und Herren
Gestützt
auf Artikel 147 der Bundesverfassung und die Verordnung über
das Vernehmlassungsverfahren SR172.062 Artikel 4 Abs. 3 nimmt Young4FUN.ch
zur Vernehmlassung zu Armeeleitbild 21 und das Bundesgesetz über
die Armee und Militärverwaltung Stellung.
1.
Einleitung
"Die
militärische Bedrohung der Schweiz hat sich seit dem Ende des
Kalten Krieges massiv verringert." Diese Tatsache mag wohl
stimmen, sollte jedoch nicht als einzige Grundlage zur Ausarbeitung
des neuen Armeeleitbildes dienen.
Die innere Bedrohungslage der Schweiz hat sich in den letzten Jahren
massiv verschärft. Verschiedene extremistische Gruppierungen
sind in der Schweiz aktiv, wie man in letzter Zeit zur Genüge
feststellen musste. Zu erwähnen sind z.B. die 1.Mai Krawalle,
Globalisierungsdemos (WEF), Kurdenproteste, aktive gewalttätige
(extremistische) Gruppierungen etc.! Es ist anzunehmen, dass deren
Gewaltbereitschaft in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird.
Aus Sicht von Young4FUN.ch ist das vorliegende Armeeleitbild zu
stark auf das Schlagwort "Sicherheit durch Kooperation"
ausgerichtet und trägt zu wenig zur inneren Sicherheit der
Schweiz bei. Die Euphorie des Bundesrats, internationalen Organisationen
beizutreten und zwar gegen den Willen der Mehrheit des Volkes, scheint
sich auch auf das neue Armeeleitbild ausgewirkt zu haben. Es ist
bedenklich wie sehr dieses neue Leitbild auf die NATO-Doktrin ausgerichtet
ist und vom Prinzip der Widerstandsarmee abweicht. Der Eindruck
entsteht, das VBS beabsichtige, sich vollkommen der NATO zu unterstellen.
Unsere traditionelle Neutralität und Unabhängigkeit werden
mit einem Schlag in den Hintergrund gestellt, obwohl gerade diese
beiden Grundsätze den Erfolg unseres Landes entscheidend mitbestimmt
haben! Jeder Schweizer weiss, dass eine Kooperation mit anderen
Staaten zur Verteidigung des eigenen Landes ein Aufgeben der Neutralität
ist (was paradoxerweise auch im Armeeleitbild 21 festgehalten wird).
Die Planer der Armee XXI scheinen das Leitbild ganz dem aussenpolitischen
Kurs des Bundesrates angepasst zu haben. Ein genaues Ziel des neuen
Leitbildes ist kaum oder nur schwer zu erkennen, eines ist jedoch
klar und deutlich zu sehen: Der Bundesrat will die Annäherung
an die NATO und dies um jeden Preis, obwohl er dies natürlich
immer wieder bewusst verschleiert und verneint. Allein dies ist
für Young4FUN.ch schon Grund genug, um das vorliegende Konzept
der Armee XXI in der heutigen Form abzulehnen.
2.
Durchblick
Das
vorliegende Armeeleitbild zeigt klar das Ziel des VBS, die Schweizer
Armee der NATO anzuschliessen.
Wir stellen fest, dass neuerdings nicht mehr die Landesverteidigung
an erster Stelle steht und das diese stattdessen durch den "Beitrag
zur internationalen Friedensunterstützung" ersetzt wurde.
Die systematische Teilnahme von Schweizer Truppen an Militäreinsätzen
ist eine der wichtigsten Neuerungen der Armee 21 und sie geht auf
Kosten der eigentlichen Landesverteidigung.
Das
ganze Leitbild wurde auf ein paar Schlagworte wie: internationale
Kooperation, subsidiär und ausloten ausgerichtet. Lösungsvorschläge
und Ansätze zur Wahrung der inneren Sicherheit und der Raumsicherung
fehlen. Die zukünftige Armee soll offenbar darauf ausgerichtet
werden, dass es bei einem Ernstfall nicht mehr möglich wäre,
eine autonome Verteidigung zu gewährleisten ohne Kooperation
mit einem Militärbündnis, sprich Nato. Dies können
wir auf keinen Fall akzeptieren, denn wir befürchten, dass
unsere Armee damit zum Instrument der NATO wird.
3.
Stellungnahme zu einzelnen Themenbereichen
a.
Wir begrüssen es sehr, dass am Milizprinzip festgehalten werden
soll. Das Milizsystem sollte aber auch konsequent gehandhabt werden
und die Ausbildung und Ausrüstung der Milizsoldaten dürfen
auf keinen Fall vernachlässigt werden, ansonsten würde
eine Armee die Unterstützung des Volkes nach und nach verlieren.
( S.10)
b.
Die Definition der Neutralität entspricht nicht ganz unserer
Auffassung. Wir erachten es als neutralitätsrechtlich sehr
problematisch einer UNO beizutreten oder an internationalen Operationen
zur Krisenbewältigung und Friedensunterstützung teilzunehmen,
egal ob ein UNO oder OSZE Mandat vorhanden ist. Die ersten beiden
Sätze der Definition sind entscheidend für das Armeeleitbild
und sollten auch darin Niederschlag finden, leider ist dies aber
nirgends zu sehen. Anscheinend haben die Planer der neuen Armee
die Definition einfach mal eingesetzt aber selbst nicht gelesen.
Der Satz 1 und 2 ist absolut korrekt, Satz 3 und 4 ist jedoch ein
krasser Widerspruch zu den ersten beiden Sätzen! Wir schlagen
die Streichung vor! (S.12)
c.
Die Kooperationsfähigkeit mit dem Ausland oder anderen Armeen
soll auf einem absoluten Minimum gehalten werden, damit die Armee
in der Lage ist, auch ohne fremde Hilfe unser Land zu verteidigen.
Wir fragen uns, wie dies sonst möglich sein soll. (S.17)
d.
Es bleibt zu hoffen dass unsere Soldaten wirklich nie an Kampfhandlungen
zur Friedenserzwingung teilnehmen müssen. Wir zweifeln aber
sehr daran, denn wie das jüngste Beispiel zeigt, soll die Swisscoy
bald mit schweren Waffen ausgerüstet werden und sogar Luftunterstützung
erhalten, was vor der Abstimmung zum revidierten MG immer bestritten
wurde und nun vom VBS vorangetrieben wird. (S.14)
e.
Die Verteidigung unseres Landes soll weiterhin die erste Priorität
der Armee sein und nicht wie im neuen Armeeleitbild vorgesehen,
erst an zweiter Stelle stehen! (S. 22)
f.
"Insbesondere ist rechtzeitig der neutralitätsrechtliche
Spielraum auszuloten" Dieser Satz steht im krassen Widerspruch
zu unserem Land und seiner Geschichte. Die Neutralität ist
zu wahren und hat oberste Priorität vor internationalen Kooperationen
etc. Alles andere würde das Volk garantiert nicht akzeptieren
und die Armee würde jegliche Daseinsberechtigung und Legitimation
verlieren. (S.31)
g.
Wir begrüssen es, dass die Armee subsidiäre Einsätze
zu Gunsten der zivilen Behörden und des Katastrophenschutzes
leisten soll. Es sind sehr gute Ansätze in dieser Richtung
vorhanden die jedoch noch ausgebaut werden sollten. Die Zusammenarbeit
muss ständig geübt und vorangetrieben werden. (S. 32)
h.
Unseres Erachtens wird allgemein zu wenig gegen einen potentiellen
Informationskrieg unternommen. Gerade hier sollte evtl. eine neue
Spezialeinheit zusammen mit dem Bevölkerungsschutz und der
Partnerorganisation Zivilschutz gegründet werden, um sich mit
dem Problem Cyberkrieg auseinander zusetzen und Lösungen zur
Verteidigung und zum Schutz unseres Landes vorzulegen. Dieser Bereicht
gewinnt so stark an Bedeutung, dass weitaus bessere Sicherheitsmassnahmen
zu treffen sind. (S. 37)
i.
Uns erstaunt es, dass der Bundesrat Transportflugzeuge kaufen will.
Einmal mehr zeigt dies klar und deutlich, wohin unser VBS steuern
will. Die Schweiz braucht keine Transportflugzeuge: Wir haben ein
gut funktionierendes Schienen- und Strassennetz, deshalb brauchen
wir keine Flugzeuge die kaum irgendwo ausser in Kloten landen können!
Der Bundesrat hat die Problematik anscheinend erkant und hat kürzlich
beschlossen, auf die Anschaffung vorerst zu verzichten. Wir fordern
ihn aber auf, ganz darauf zu verzichten und nicht nur vorübergehend.
Hätte man dem Volk dies vor der Abstimmung zur Militärgesetzrevision
offen gesagt, hätte der 10. Juni mit einem NEIN ausgehen können!
Davon sind wir überzeugt und offenbar auch der Bundesrat, ansonsten
hätte er daran festgehalten.
j.
Nach dem neuen Armeeleitbild sollen die Train Truppen aus der Armee
verschwinden. Es gibt kaum einen Grund der dafür spricht; es
geht auch hier nur wieder um eine Anpassung an die Nato. Wir wehren
uns gegen die Streichung der Train Truppen, sind doch gerade jene
bei einem NEMP (Nuklear elektromagnetischer Kernimpuls) Angriff
die einzige Transportmöglichkeit. (S. 47)
k.
Das Durchdienermodel steht im Widerspruch zu unserer Milizarmee
sondergleichen. Wir befürchten, dass die Durchdiener in einer
späteren Phase für Auslandeinsätze eingesetzt werden,
da sie ja während 300 Tagen irgendwie beschäftigt werden
müssen. (S. 65)
l.
Die Finanzen sollen weiterhin gezielt und vor allem zu Gunsten einer
Armee für unser Land eingesetzt werden und nicht für die
Aufrüstung auf NATO Standard. Die finanziellen Mittel haben
bis jetzt ausgereicht und müssen auch weiterhin im gleichen
Rahmen bleiben. Young4FUN.ch wird die Zweckbestimmung von Krediten
genau verfolgen und allfällige Rüstungskredite für
Auslandeinsätze etc. mit allen Mitteln bekämpfen. (S.
68)
m.
Wir begrüssen die Absicht, die einheimische Industrie zu unterstützen.
Auf internationale Rüstungsgremien etc. muss verzichtet werden
denn die Schweizer Armee braucht solche Mitgliedschaften nicht.
n.
Unsere Armee muss so ausgerüstet sein, dass wir besser sind
als allfällige Angreifer und nicht nach internationalem Standard!
Unabhängig sollte sie sein und nicht abhängig von internationalen
Verpflichtungen. (S. 71)
4.
Zusammenfassung
Nach
Ansicht von Young4FUN.ch bedarf das neue Armeeleitbild einer grossen
Überarbeitung. Alle Versprechen die vor der Abstimmung zur
Teilrevision des Militärgesetzes gemacht wurden, sollten auch
umgesetzt werden und nicht nur leere Worte bleiben. Auf die Kooperation
mit dem Ausland und anderen Armeen, sprich Nato, muss verzichtet
werden, da dies mit unserer Neutralität nicht vereinbar ist.
Das neue Armeeleitbild sollte der Lage unseres Landes gerecht werden
und Lösungsansätze für Probleme der inneren und äusseren
Sicherheit aufzeigen.
Keinesfalls darf die ARMEE XXI verfassungswidrig sein. Dies gilt
besonders für die Einhaltung der Neutralität und die Verteidigung
des Landes.
Allenfalls
muss sich das VBS einen Personalwechsel überlegen, denn wir
brauchen keine Armeeführung, die sich lieber auf dem Internationalen
Parkett tummelt und mit Nato Generälen zusammenarbeitet. Eine
Armeeführung soll unsere Probleme erkennen, für die innere
und äussere Sicherheit der Schweiz sorgen und die Landesverteidigung
sicherstellen! Alles andere geht sie nichts an!
Sollte
das neue Armeeleitbild keiner grundsätzlichen Überarbeitung
unterzogen werden und genauso umgesetzt werden wie es nun in der
Vernehmlassung vorliegt, wird Young4FUN.ch zusammen mit anderen
Organisationen alles Mögliche tun, um dies zu Verhindern. Wir
sind überzeugt, dass das Volk hinter einer solchen Armee nicht
stehen kann und sind dazu entschlossen, einen allfälligen Abstimmungskampf
zu gewinnen.
Bisher
standen wir hinter der Schweizer Armee, doch sollten sich unsere
Befürchtungen bezüglich der Entwicklung der Armee bewahrheiten,
so kann man von uns keine weitere Unterstützung der Armee erwarten.
Wir können es bei den heutigen Staatsdefiziten nicht verantworten,
dass die Schweizer Jugend noch mehr belastet wird durch Kredite,
welche der Armee eine vollständige NATO-Anpassung erlauben.
Gerade
zukünftige Generationen sind auf eine Armee angewiesen, welche
Sicherheit, Frieden, Unabhängigkeit und Neutralität der
Schweiz wahrt und sich für das Wohl der eigenen Bevölkerung
einsetzt. Eine sich anpassende Armee, die mit kriegführenden
Organisationen eng zusammenarbeitet, kostet wesentlich mehr, verspielt
wertvolle Trümpfe (Eigenständigkeit, Neutralität
etc.) und anstatt Sicherheit und Frieden zu wahren, würde sie
dadurch zu einer Satellitenarmee, der die Schweiz in neue Konflikte
verwickeln könnte.
Wir
bedanken uns im Voraus für die erfolgreiche Zusammenarbeit
und hoffen, dass unsere Anliegen ernst genommen werden und auch
umgesetzt werden.
Mit
freundlichen Grüssen
Young4FUN.ch
Junge für Freiheit, Unabhängigkeit, Neutralität Schweiz
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