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EU-
und UNO - Anschluss statt Unabhängigkeit und Neutralität
Wirtschaftssanktionen
- Hiermit schneide ich ein Thema an, über das in der Schweiz
sehr wenig, eigentlich zu wenig, diskutiert wird. Es geht hierbei
nicht einfach um nebensächliche Entscheide über eine trockene
Materie, die es sich nicht zu diskutieren lohnt und die man am Besten
der Regierung überlässt. Auch hier findet eine schrittweise
Aushöhlung unserer Neutralität sowie das Vorantreiben
der EU- bzw. UNO - Kompatibilität unserer Heimat statt. In
blindem Gehorsam trägt man Sanktionen gegenüber Drittstaaten
mit, ohne den Nutzen oder den Grund tiefgründig genug zu hinterfragen.
Die unkritische Nachahmerei, die fehlende Wahrung unserer Interessen
und der mangelnde Patriotismus unserer Regierung zeigen sich auch
in diesem Falle. Wirtschaftssanktionen sind Entscheide mit politischem
Hintergrund. Beim Mittragen von Wirtschaftssanktionen mischen wir
uns in fremde Händel ein und verletzen somit unsere Neutralität.
Mit dieser Parteinahme schaffen wir uns Feinde, die uns vielleicht
sogar mit Atomwaffen bedrohen könnten.
Opportunismus
Bei
einer öffentlichen Diskussion, in der auch das Thema Wirtschaftssanktionen
angeschnitten wurde, war zu hören, dass die Schweiz doch auch
gemeinsam mit der UNO gegen Rechtsbrecher vorgehen und somit auch
Wirtschaftssanktionen mittragen müsse. Dieses Argument ist
sehr gefährlich, opportunistisch und die Realität verfälschend.
Es erinnert an autoritäre Regime. Seit wann steht es einem
Aussenstehenden denn zu, sich als selbsternannte moralische Oberinstanz
in fremde Konflikte einzumischen und eine eigene Ordnung aufzustellen?
Wie die Realität übrigens zeigt, fehlt oftmals jede Spur
von Verständnis für die Konfliktparteien, etwa für
die Serben im Kosovo - Konflikt. In der Realität gibt es hier
keine "Guten" und "Bösen", wie dies oftmals
darzulegen versucht wird. Man geht heute sogar soweit, dass man
Konflikte selbst provoziert, um dann als "Friedensretter"
zu intervenieren und eine Militärpräsenz aufzubauen. Man
betrachte nur einmal das Verhalten der USA im Golf - sowie im Kosovo
- Krieg. Auch das anschliessende Verhängen von Wirtschaftssanktionen
bleibt natürlich nicht aus. Es geht hier um Machtpolitik in
übelster Form. Wo bleiben denn Wirtschaftssanktionen gegen
China und Russland, welche auf so grausame Weise Minderheiten unterdrücken?
Wo bleiben Wirtschaftssanktionen gegen die USA, welche beispielsweise
in Jugoslawien oder im Irak durch ihre Aggression viele Leben und
Güter der Zivilbevölkerung zerstören?
Nutzen?
Die
Realität zeigt im Weiteren, dass Wirtschaftssanktionen selten
den gewünschten Nutzen erbringen. Denn mit der Verhängung
von Wirtschaftssanktionen leiden nicht etwa die jeweiligen Diktatoren
oder Despoten. Zu leiden hat die Zivilbevölkerung, und zwar
an mangelndem Nahrungsangebot sowie an Arbeitsplätzen. Daneben
führen Wirtschaftssanktionen auch zu einem Aufblühen des
Schwarzmarktes. Es ist gerade zu zynisch, wenn man unter dem Decknamen
"Frieden" und "Humanität" ganze Völker
hungern oder gar ausrotten lässt.
Wenn die Schweiz wirklich ein humanes, weltoffenes und neutrales
Land sein will, dann muss das Mittragen von Wirtschaftssanktionen
schnellstens unterbunden werden und ein UNO - Beitritt mit der Folge
von zwingendem Mittragen der Wirtschaftssanktionen klar abgelehnt
werden.
Von
Patrick Freudiger (16), Gymnasiast, Langenthal
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